Aktivitäten der Mitglieder und Beobachter des DNTDs

Berlin, 27.01.2022 – Anlässlich des Welt-Tages gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (World NTD Day) sprach Niels Annen, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über globale Gesundheit, bisherige und künftige Strategien des BMZ. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Jakob Simmank, Ressortleiter Gesundheit von ZEIT online.

 

Berlin, 27.01.2022 - Ruanda, Nigeria und Tansania haben bei einer virtuellen Feier als erste afrikanische Länder die Kigali Declaration gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten  unterzeichnet. Die Erklärung von endemischen Ländern, Partnern aus der Industrie, Geberländern, Philanthropen, Forschungseinrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft schreibt die Londoner Erklärung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten aus dem Jahr 2012 fort und soll den Fahrplan der Weltgesundheitsorganisation zu NTD-Bekämpfung unterstützen. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Kigali-Declaration verpflichten sich, auf globaler, regionaler, nationaler, kommunaler und partnerschaftlicher Ebene ihren Teil dazu beizutragen, dass vernachlässigte Tropenkrankheiten bis 2030 ausgerottet, eliminiert oder unter Kontrolle gebracht werden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) plant, stellvertretend für die Bundesregierung die Declaration zu unterschreiben.

Gleichzeitig mit der Kigali Declaration ist die Kampagne "100% committed" zur Beseitigung von vernachlässigten Tropenkrankheiten beworben worden.  In Deutschland setzen sich stellvertretend mehr als 100 Personen für die 100%ige Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten ein. Eine Foto-Collage zeigt 100+ dieser engagierten Unterstützerinnen und Unterstützer aus Zivilgesellschaft, Forschung, Privatwirtwirtschaft und Politik, darunter den Arzt und Fernsehmoderator Dr. Eckart von Hirschhausen, den Wirtschaftsminister des Bundeslandes Hessen, Tarek Al-Wazir, Abgeordnete des Deutschen Bundestags, anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie den gesamten Vorstand des Deutschen Netzwerkes gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten mit seinem Sprecher Prof. Dr. Achim Hörauf.

 

Berlin - 18.1.2022. Der Internationale Tag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten wird am Sonntag, den 30. Januar 2022, gefeiert. Aus diesem Anlass organisieren zahlreiche Organisation im Vorfeld weltweit und in Deutschland Aktionen sowie Veranstaltungen. Der World NTD Tag bietet die Gelegenheit, den Bemühungen um die Beendigung des Leidens an diesen 20 Krankheiten, die durch eine Vielzahl von Erregern wie Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze und Toxine verursacht werden, neue Impulse zu verleihen. Dieser Tag macht aufmerksam, auf Millionen Menschen, die nur begrenzten oder gar keinen Zugang zu Prävention, Behandlung und Pflege haben.

  • Uniting to Combat NTDs (UTC) plant am 27. Januar 2022, 14:30-16:00 Uhr (GMT),  eine virtuelle Veranstaltung, um das 10-jährige Bestehen der Londoner Erklärung zu feiern, die Kampagne "100% Committed" zur Bekämpfung von NTDs zu starten und den Startschuss für die Unterstützung und Verpflichtung der Erklärung von Kigali zu geben. Gemeinsam werden Regierungen, Parlamentarier, Bürgermeister, lokale Führungspersönlichkeiten, Partner aus dem Privatsektor, Geber, Forschungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und die Jugend dazu aufrufen, sich zu 100 % für die Bekämpfung von NTDs einzusetzen. Link zur Anmeldung

  • In Deutschland ist geplant ++Berlin -Das Sony-Center auf dem Potsdamer Platz wird orange erleuchtet. Auf einem großen Monitor werden 100plus Menschen zu sehen sein, die sich für 100%-iges Engagement gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten einsetzen. ++Bensheim/Südsudan/Demokratische Republik Kongo/Nigeria: Die Christoffel-Blindenmission (CBM) macht mit ihren Partnern in Projektländern des Globalen Südens auf den Bedarf der NTD-Bekämpfung aufmerksam und organisiert die Beleuchtung von bekannten Gebäuden sowie Sehenswürdigkeiten im Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Nigeria ++Würzburg - DAHW plant die Erleuchtung am Kilians-Brunnen und eine Ausstellung.

Diskussion beim World Health Summit 2021

++ World Health Summit 2021 mit einer Diskussion zu Digitalisierung und NTDs

Berlin, 26.10.2021 „Vernachlässigte Tropenkrankheiten werden von der Bundesregierung nicht vernachlässigt“ erklärte Paul Zubeil von Bundesgesundheitsministerium beim World Health Summit Workshop „New Impulses from the WHO-NTD-Roadmap 2030, Digitalization as Opportunity for Improving Health Management Systems“. Er zählte zahlreiche Aktivitäten des Gesundheits-, des Forschungs- sowie des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Rahmen der NTD-Bekämpfung auf. Er betonte auch, dass künftig mehr Daten zu den genderabhängigen Auswirkungen von NTDs erhoben werden sollten. Einen Überblick - wie und welche digitale Instrumente in den unterschiedlichen Phasen, von der Aufklärung über die Behandlung bis hin zur Nachverfolgung bzw. -untersuchung von Patienten die Programmarbeit zur Bekämpfung von NTDs verbessern können, gab Dr. Babar Qureshi von CBM. Carolin Gunesh von der DAHW beschrieb konkret die Arbeit mit der digitalen App Audio Pedia , die insbesondere im Bereich Aufklärung verwendet wird. Sie unterstrich, wie wichtig es sei, die Programme den jeweiligen Bedingungen vor Ort anzupassen. Da NTD-Patienten in der Regel zu den Ärmsten der Armen gehören. Oft fehle es an einfachen Dingen wie Elektrizität oder die Menschen seien manchmal des Lesens und Schreibens nicht mächtig. Wie wichtig digitale Systeme für Daten vor allem auch im Bereich der Lieferkette sind, betonte Dr. Sultani Hadley Matendechero vom Kenya National Public Health Institute. Derzeit werde ein solches Tool in einem Pilotprojekt in Kenia getestet und soll bei Erfolg ausgeweitet werden. Dr. Pauline Mwinzi, WHO-ESPEN (Expanded Special Project for Elimination of Neglected Tropical Diseases) beschrieb, wie mit dem ESPEN collect tool real time Daten gesammelt und über das ESPEN Portal öffentlich zugänglich gemacht werden. Sie betonte, diese Daten seien ein Schlüssel für den Erfolg im Kampf gegen die NTDs.

Die Diskussion wurde von Dr. Dr. Carsten Köhler, Universität Tübingen und Prof. Dr. Achim Hörauf, IMMIP Bonn moderiert. Zum sechsten Mal hat das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten beim World Health Summit eine Session organisiert.

++ Gemeinsame Veranstaltung der Friends of the Global Fund Europe und des DNTDs

Berlin, 04.05.2021 - Im Vorfeld des Kigali-Gipfels Malaria und NTDs sowie anlässlich des Weltmalaria-Tages organisierten die Friends of the Global Fund Europe zusammen mit dem deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten eine gemeinsame Diskussionsveranstaltung.

Heidemarie Wieczorek-Zeul, frühere Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Vizepräsidentin der Friends of the Global Fund Europe begrüßte die Chance, dass der Kigali -Summit im Juni integrierte Lösungsansätze zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten diskutiert werden. Es bedürfe finanziellen Engagements und politischen Willens, um diese Krankheiten zu bekämpfen. Aber am Anfang von Allem stehe die Aufmerksamkeit. Deshalb sei eine Veranstaltung wie diese wichtig.

Olivia Ngou, Impact Santé Afrique and network CS4ME (Civil Society for Malaria Elimination), beschrieb die Arbeit der Community Health Services im Kampf gegen Malaria und NTDs. Der Aufgabenbereich würde immer ambitionierter, von der Diagnose bis zur Behandlung. Leider seien die MitarbeiterInnen oftmals nicht t in die staatlichen Strukturen der öffentlichen Gesundheitsdienste integriert.

Für Prof. Dr. Achim Hörauf, Sprecher des DNTDs, Direktor des Instituts für Med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn bieten neue Programme der Digitalisierung die Möglichkeit, die NTD- und Malariabekämpfung schneller und effektiver gemeinsam anzugehen. Auch der gerade veröffentlichte 5 Jahresplan von UN Aids (2021-2026) weise auf die Verbindungen von HIV und weiblicher genitale Schistosomiasis (FGS) hin und schlägt, die Behandlung in integrierten Gesundheitsdiensten vor.

Dianne Stewart, Donor Relations Department, GFATM unterstützte die These, dass zukünftig die integrierte, One-Health Ansatz wegweisend sei. Der Global Fund sei auf dem Weg dahin.

Birgit Pickel, Unterabteilungsleiterin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstrich, wie wichtig es sei, den One Health Ansatz auch im Global Fund against HIV/Aids, TB and Malaria zu integrieren und wie sehr dieser mit der Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten verknüpft sei. Zukünftig müssten sektorübergreifende Ansätze beachtet werden, ihr Ministerium setze sich verstärkt in Bereich WASH ein. Aber auch die Zusammenarbeit von Human- und Veterinärmedizin, mit den FinanzministerInnen und den VertreterInnen der Zivilgesellschaft seien  wegweisend.

Dr Claude Oeuvray, Program Lead: Malaria Integrated Health Solution at Merck Group warf einen Blick auf den Einsatz verschiedener Medikamente, die bei der Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten und Malaria eingesetzt werden können. Mit Ivermectin werde ein Insektenstich zum tödlichen Risiko für die Malariamücke. Gleichzeitig wird das Medikament eingesetzt bei der Behandlung der vernachlässigten Tropenkrankheiten wie Flussblindheit und Elephantiasis (lymphatische Filariose).

Dr. Aimable Mbituyumuremyi, Rwanda Biomedical Center, Ministry of Health beschrieb, dass in seinem Land in den nationalen Plänen Bekämpfungsstrategien aufeinander abgestimmt werden. Das führe zu Einsparungen bei finanziellen Mitteln bei der Vektorbekämpfung und beim Einsatz des Personals.

Eine kurze Umfrage zeigte, dass eine kleine Mehrheit der TeilnehmerInnen denkt, dass durch das Momentum Covid eine Chance für eine Verbesserung der Gesundheitssysteme in den Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen sich besteht. Ein Votum, dem sich die SprecherInnen anschlossen.