Parlamentarischer Beirat

Sommerempfang 2026 setzt Zeichen für globale Gesundheitsverantwortung

+ + + Ehrengast Botschafter der Republik Ghana in Deutschland Prof. Dr. Ohene Adjei : Partnerschaft auf Augenhöhe

Bildquelle: DNTDs

Berlin, 23. Juni 2026 – Der DNTDs-Sommerempfang 2026 stand im Zeichen internationaler Partnerschaften, wissenschaftlicher Zusammenarbeit und geteilter globaler Verantwortung. Im Mittelpunkt des Abends stand der Austausch darüber, wie nachhaltige Fortschritte im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) durch langfristige Kooperationen zwischen Politik, Wissenschaft und betroffenen Ländern gelingen können. Als Ehrengast sprach Prof. Dr. Ohene Adjei, Botschafter der Republik Ghana in Deutschland. Der renommierte Tropenmediziner und Parasitologe blickt auf jahrzehntelange Erfahrung in Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung zurück und ist mit Deutschland durch zahlreiche wissenschaftliche Kooperationen eng verbunden.

Gesundheit als Grundlage für Stabilität und Entwicklung

Die Schirmherrschaft des Sommerempfangs übernahm MdB Sascha van Beek, Sprecher des Parlamentarischen Beirats gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. In seinem Grußwort betonte er die zentrale Bedeutung leistungsfähiger Gesundheitssysteme für gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung. Gesundheit sei nicht nur eine Voraussetzung für bessere Lebensbedingungen vor Ort, sondern auch für verlässliche internationale Partnerschaften und funktionierende globale Lieferketten. Deutschland trage dabei Verantwortung – insbesondere im Zusammenhang mit dem Handel strategisch wichtiger Rohstoffe.

Zugleich verwies van Beek auf die wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Krankheitsübertragende Vektoren wie die Tigermücke breiteten sich zunehmend auch in Europa aus und könnten künftig verstärkt zur Übertragung tropischer Krankheiten beitragen. Trotz dieser Entwicklung sei es weiterhin eine Herausforderung, globale Gesundheitsthemen dauerhaft auf der politischen Agenda zu verankern, vor allem vor dem Hintergrund drängender geopolitischer Prioritäten und schrumpfender Etats.

Ghana als Vorreiter der NTD-Bekämpfung

In seiner Rede zog Prof. Adjei eine eindrucksvolle Bilanz der Fortschritte Ghanas im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Das westafrikanische Land konnte in den vergangenen Jahren bedeutende Erfolge erzielen: Trachom, die Guinea-Wurm-Erkrankung und die Schlafkrankheit gelten als eliminiert. Bei der lymphatischen Filariose wurde die Übertragung bereits in 109 von ehemals 116 endemischen Distrikten unterbrochen. Auch bei der Onchozerkose rückt die Elimination zunehmend in Reichweite. Aus- und Fortbildung von Fachkräften und die Forschung an NTDs wird am Kumasi Centre for Collaborative Research (KCCR) weiter vorangetrieben.

Für Adjei beruhen diese Erfolge auf mehreren Faktoren: einer stabilen Gesundheitsinfrastruktur, frühzeitiger Diagnostik und vor allem auf langjährigen internationalen Forschungspartnerschaften. Armut und Klimawandel blieben zugleich die wichtigsten Treiber der Ausbreitung von NTDs. „Diagnose ist der Schlüssel. Nur wer Krankheiten früh erkennt, kann wirksam gegen sie vorgehen“, betonte er.

Internationale Partnerschaften als Erfolgsfaktor

Adjei machte deutlich, dass die erzielten Fortschritte ohne internationale Kooperationen nicht möglich gewesen wären. Kein Land könne die Herausforderungen der globalen Gesundheit allein bewältigen. Die langjährige Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen – insbesondere in Bonn und in Hamburg – habe wesentlich dazu beigetragen, wissenschaftliche Expertise aufzubauen, Fachkräfte auszubilden und nachhaltige Strukturen zu schaffen. Gerade in der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten seien gegenseitiges Lernen und gemeinsame Forschung unverzichtbar. Partnerschaften auf Augenhöhe seien daher nicht nur ein politisches Leitbild, sondern eine praktische Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.

Der Botschafter selbst steht exemplarisch für die enge wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Ghana und Deutschland. Als ehemaliger CEO des Komfo Anokye Teaching Hospital in Kumasi und früherer stellvertretender Direktor des KCCR forschte er fast zwei Jahrzehnte lang mit Kollaborationspartnern aus Bonn und Hamburg. Er war neben der Forschung an Filarien auch an der Etablierung der derzeitigen Therapie des Buruli-Ulkus beteiligt.

Frieden als Voraussetzung für Gesundheit

Neben wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Fragen rückte Adjei einen weiteren Aspekt in den Fokus: die Bedeutung politischer Stabilität. Gesundheitliche Fortschritte entstünden nicht im luftleeren Raum, sondern seien auf Frieden und funktionierende staatliche Strukturen angewiesen. „Frieden ist die Voraussetzung für alles andere. Ghana ist ein gesegnetes Land – sicher, stabil und mit einer Regierung, die eng mit traditionellen Autoritäten zusammenarbeitet.

Globale Verantwortung gemeinsam gestalten

Der Sommerempfang machte deutlich, dass der Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten weit über medizinische Fragestellungen hinausgeht. Gesundheit, Frieden, wirtschaftliche Stabilität, Klimawandel und internationale Zusammenarbeit sind eng miteinander verknüpft. Die Veranstaltung unterstrich, dass nachhaltige Fortschritte nur durch langfristige Partnerschaften und gemeinsame Verantwortung erreicht werden können.

Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Achim Hörauf, der in Hamburg und später in Bonn gemeinsam mit Prof. Adjei geforscht hatte und heute zahlreiche Forschungs- und Ausbildungsprojekte zwischen Ghana und Deutschland begleitet.

Vernachlässigte Tropenkrankheiten: Austausch mit Bundestagsbüros zu Handlungsfeldern der globalen Gesundheit

++ Workshop zu vernachlässigten Tropenkrankheiten informiert über Herausforderungen und Handlungsfelder

Berlin, 11.03.2026 - Der Online-Workshop „Vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs) – Was, wer, wie?“ richtete sich insbesondere an wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten, die sich im Bereich der globalen Gesundheit engagieren. Ziel der Veranstaltung war es, über vernachlässigte Tropenkrankheiten, relevante Netzwerke, zentrale Handlungsfelder sowie wichtige Akteure zu informieren. Veranstalter war das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs).

Zu Beginn begrüßte Prof. Dr. Achim Hörauf vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie des Universitätsklinikums Bonn sowie Sprecher des DNTDs die Teilnehmenden und skizzierte die Arbeit des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten.

Im Anschluss gab Dr. Benno Kreuels, Forschungsgruppenleiter für Vernachlässigte Krankheiten und Vergiftungen am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg, einen Überblick über vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs). Dabei handelt es sich um eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, die überwiegend in tropischen Regionen auftreten, eng mit Armut verbunden sind, häufig lange unentdeckt bleiben und mit einer erheblichen Krankheitslast einhergehen. Trotz ihrer Bedeutung sind NTDs in politischen Debatten – auch im Bereich der globalen Gesundheit –vergleichsweise wenig sichtbar. Hinzu kommt, dass die Datenlage in vielen Bereichen lückenhaft ist. So werden beispielsweise zahlreiche Fälle von Schlangenbissen nicht systematisch erfasst und sind in globalen Analysen zur Krankheitslast unzureichend abgebildet. Auch Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen erschweren eine verlässliche Datenerhebung.

Durch den Klimawandel hat sich der geografische Verbreitungsradius einiger Erkrankungen erweitert; Krankheiten wie Dengue-Fieber treten mittlerweile auch in Europa auf.  Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 22 Krankheiten als NTDs definiert, die bis 2030 größtenteils eliminiert werden sollen. Erste Fortschritte sind bereits erkennbar: Neuere Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund 1,5 Milliarden Menschen eine Behandlung gegen eine NTD benötigen – zuvor lag die Zahl bei etwa 1,7 Milliarden.

Kreuels wies zudem darauf hin, dass die USA ihre Entwicklungsbehörde USAID aufgelöst haben und sich zunehmend von multilateralen Institutionen distanzieren. Gleichzeitig schließen die USA mittlerweile bilaterale Verträge mit afrikanischen Staaten, die teilweise an unethische Bedingungen geknüpft sind, etwa die Bereitstellung von Daten.

Danach erläuterte Antonia Braus, Tierärztin sowie Referentin für One Health & Scientific Affairs bei Tierärzte ohne Grenzen e.V. und Vorstandsmitglied des DNTDs, die Zusammenhänge zwischen NTDs und dem One-Health-Ansatz. Anhand von Beispielen aus der Tiergesundheit verdeutlichte sie die Bedeutung integrierter Ansätze und betonte die Notwendigkeit einer gemeinsamen Behandlung von Menschen und Tieren in betroffenen Regionen.

Daraufhin gab Prof. Dr. Achim Hörauf einen Überblick über Forschungsprogramme im Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten, die vom Bundesministerium für Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt werden. Dazu gehören unter anderem die Product Development Partnerships (PDPs), das Programm Research Networks for Health Innovations in Sub-Saharan Africa (RHISSA) sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), in dem zahlreiche deutsche Forschungseinrichtungen mit Bezug zu NTDs organisiert sind. Zudem verwies er auf die Förderung deutsch-afrikanischer klinischer Studien zu vernachlässigten Tropenkrankheiten sowie auf Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau, zur Stärkung von Studienzentren und zum Monitoring, die über BMFTR-Mittel im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms EDCTP (European & Developing Countries Clinical Trials Partnership) unterstützt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Engagement der Privatwirtschaft. Dr. Johannes Waltz, Director of Strategy and Finance bei der Global Schistosomiasis Alliance (UK), informierte über das Engagement des Unternehmens Merck bei der Bekämpfung der Schistosomiasis in Afrika. Ziel ist die Eliminierung der Krankheit bis 2030. Seit 2007 besteht eine Partnerschaft mit der WHO, in deren Rahmen Merck den Wirkstoff Praziquantel spendet. Insgesamt werden derzeit 47 Länder mit dem Medikament versorgt.

Seit Beginn der Initiative wurden mehr als zwei Milliarden Praziquantel-Tabletten bereitgestellt, wodurch rund 800 Millionen Behandlungen – insbesondere bei Schulkindern – durchgeführt werden konnten. Jährlich werden etwa 250 Millionen Tabletten verabreicht. Parallel dazu hat das Unternehmen ein integriertes Programm zur Bekämpfung der Krankheit initiiert, das Forschung und Entwicklung stärkt. Neben der Medikamentenspende verfolgt Merck einen umfassenden Ansatz, der auch Gesundheitsaufklärung sowie Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen der Erkrankung umfasst. Der Fokus liegt dabei auf einem gerechten Zugang zu Behandlung, der Stärkung von Gesundheitssystemen, der Ausweitung der Behandlung auf weitere Altersgruppen sowie der Entwicklung neuer Medikamentenformulierungen. Erfolge zeigen sich bereits: In Subsahara-Afrika ist die Prävalenz der Krankheit in den vergangenen zehn Jahren um etwa 53 bis 67 Prozent zurückgegangen.

Abschließend beleuchtete Johan Willems, NTD-Programmmanager bei der Christoffel-Blindenmission (CBM) und Vorstandsmitglied des DNTDs, die Rolle von Nichtregierungsorganisationen bei der Implementierung von NTD-Projekten. NGOs spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten, insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Gesundheitsministerien und lokalen Partnern. Ein wichtiges Ziel besteht darin, NTD-Dienstleistungen in die primäre Gesundheitsversorgung zu integrieren und nationale Kapazitäten zu stärken – ein Aspekt, der angesichts aktueller Budgetkürzungen im Bereich der globalen Gesundheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Am Beispiel der Arbeit der CBM zeigte Willems, wie der Zugang zu Morbiditätsbehandlungen verbessert werden kann, um Behinderungen infolge von NTDs vorzubeugen. Die Organisation setzt dabei auf die Einbindung lokaler Gemeinschaften, innovative Ansätze wie digitale Überwachungssysteme sowie auf die Ausbildung von Gesundheitspersonal.

Zum Abschluss appellierte Willems an alle Beteiligten, die am stärksten benachteiligten Gemeinschaften nicht weiter zu vernachlässigen, damit die Ziele der WHO – insbesondere die Eliminierung der meisten NTDs bis 2030 – erreicht werden können.

Wiedereinsetzung des Parlamentarische Beirat gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten (PB-NTDs)

Berlin, 28.Januar 2026 -Der Parlamentarische Beirat gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten (PB-NTDs) hat sich im Deutschen Bundestag wieder konstituiert. In Anwesenheit von rund 60 Gästen erläuterte der neue Sprecher des PB-NTDs, Sascha van Beek, MdB (CDU/CSU), dass er selbst persönlich als Kind über die Hilfe in seiner Gemeinde für Leprakranke zum ersten Mal mit einer, wie er nun weiß, mit einer vernachlässigten Tropenkrankheit in Berührung gekommen sei. Drüber hinaus gebe es aber viele gute Gründe, sich im Kampf gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) einzusetzen: Nur gesunde Menschen können in ihren Gesellschaften wirksam werden und die Länder nur mit gesunden Menschen ihre Wirtschaft stärken. Van Beek äußerte zugleich sein Bedauern darüber, dass es keinen Unterausschuss globale Gesundheit mehr gebe. Umso wichtiger sei die Bedeutung dieses Parlamentarischen Beirats gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten (PB-NTDs).

 

Weitere Mitglieder sind:

Stephan Albani, MdB (CDU/CSU)

Dr. Franziska Kersten, MdB (SPD)

Prof. Dr. Hendrik Streek, MdB (CDU/CSU)

Ruppert Stüwe, MdB (SPD)

Ausstellung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten in Planung

Berlin, 13.06.2024 – Abgeordnete, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Parlamentarischen Beirats gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten trafen sich im Reichstag, um eine für 2025 geplante, gemeinsame Fotoausstellung zu diskutieren. Das Konzept sieht vor, dass die Mitglieder des Netzwerkes in einem ersten Schritt Fotos aus ihren Projekten auswählen und diese beschreiben, sie  den beteiligen Abgeordneten zur Auswahl vorlegen. Geplant ist auch, die Ausstellung in den Wahlkreisen der beteiligten Abgeordneten zur Verfügung zu stellen.

Neues Mitglied im Parlamentarischen Beirat

Berlin, 07.02.2024 – Wir freuen uns, dass wir Erwin Rüddel MdB als weiteres Mitglied für den Parlamentarischen Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zur Stärkung der Gesundheitssysteme gewinnen konnten.

Mitglieder in der 20. Legislaturperiode

  • Georg Kippels, (CDU/CSU), Vorsitzender
  • Heike Baehrens (SPD), stellvertretende Vorsitzende
  • Dr. Helge Braun, (CDU/CSU)
  • Karamba Diaby, (SPD)
  • Knut Gerschau (FDP)
  • Christoph Hoffmann, (FDP)
  • Volkmar Klein, (CDU/CSU)
  • Erwin Rüddel (CDU/CSU)
  • Rebecca Schamber (SPD)
  • Kordula Schulz-Asche, (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Ruppert Stüwe, (SPD)
  • Andrew Ullmann, (FDP)

Unite, Act, Eliminate – Erfolge bei der Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten in Ruanda

Kamingespräch zum Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten 2024

Kamingespräch zum Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten 2024

Berlin, 01.02.2024 - Zum Kamingespräch 2024 waren im Deutschen Bundestag der ruandische Botschafter S.E. Igor Cesar und Dr. Karamba Diaby, Abgeordneter im Deutschen Bundestag und Mitglied im Parlamentarischen Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten eingeladen. Das Gespräch fand vor rund 60 Gästen, darunter weitere Abgeordnete, Vertreterinnen und Vertreter aus Ministerien und Expertinnen und Experten aus dem Bereich globale Gesundheit statt.

Der ruandische Botschafter wies daraufhin, dass die Menschen sich nach dem Genozid 1994 in seinem Land rückbesonnen und sich dafür eingesetzt hätten, dass der Mensch, die Bürgerin und der Bürger im Mittelpunkt der Interessen, der Politik stehen. Dazu gehörte, dass der Mensch ein Anrecht auf Gesundheit hat. So wurde ein Krankenversicherungssystem eingeführt, wovon mittlerweile 97 Prozent aller Ruanderinnen und Ruander profitieren.

Dr. Karamba Diaby unterstrich, dass im ruandischen Parlament der Frauenanteil bei 60 Prozent liege. Das sei wichtig, weil Frauen den Hauptanteil an der Entwicklung im Land haben und wesentlich zum Fortschritt beitragen. Das ostafrikanische Land sei in diesem Punkt ein Vorbild für alle Staaten der Welt.

Weitere Themenfelder zu denen diskutiert wurde, waren Gewinnung und Abwanderung von Fachkräften in der Wissenschaft, Chancen der Digitalisierung und Telemedizin, die das Überspringen von Entwicklungsschritten auf dem afrikanischen Kontinent ermöglichen und zur weiteren Modernisierung beitragen könnten.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Herbst, Leiter politische Arbeit, Christoffel-Blindenmission Deutschland, Vorsitzender, Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO). Antonia Braus, Mitglied im Vorstand des DNTDs, Referentin One Health und wissenschaftliche Begleitung, Tierärzte ohne Grenzen (ToGeV) begrüßte die Gäste und Dr. Georg Kippels MdB, Sprecher des Parlamentarischen Beirates gegen NTDs ergänzte den Abend mit seinen Abschlussworten zu diesem Kaminabend.

Deutsche Abgeordnete unterstützen die WHO am UN-Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

+++ Social Media Kampagne

Die Mitglieder des Parlamentarischen Beirates gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten begründen jeweils ihre Forderungen. (Dr. Georg Kippels, (CDU/CSU), Vorsitzender; Heike Baehrens (SPD), stellvertretende Vorsitzende; Prof. Dr. Helge Braun, (CDU/CSU); Dr. Karamba Diaby, (SPD); Dr. Christoph Hoffmann, (FDP); Volkmar Klein, (CDU/CSU); Rebecca Schamber (SPD); Kordula Schulz-Asche, (Bündnis 90/Die Grünen); Ruppert Stüwe, (SPD) und Dr. Andrew Ullmann, (FDP):

Unterausschuss Globale Gesundheit im Deutschen Bundestags tagt öffentlich zu armutsassoziierten vernachlässigten Krankheiten

Berlin, 23.Januar 2023 – Der Ehrenvorsitzende des Deutschen Netzwerkes Prof. Dr. Jürgen May, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und Joelle Tanguay, Drugs for Neglected Diseases initiative (DNDi) wurden als Experten vor dem Unterausschuss Globale Gesundheit gehört. Sie setzten sich für die Stärkung von Forschung und Implementierung von Maßnahmen zur Bekämpfung vernachlässigter und armutsassoziierter Krankheiten ein. Mehr und gutes Gesundheitspersonal, bessere Forschung zu Diagnostika und interdisziplinäre Forschung sollten stärker verfolgt werden. Ein holistischer Ansatz wie unter One-Health angestrebt, sei zu begrüßen, bedürfe aber, weil komplex, größerer Ressourcen.

Der Unterausschuss ist dem Gesundheitsausschuss und dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zugeordnet. Die meisten Mitglieder des Parlamentarischen Beirates gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten sind auch im Unterausschuss vertreten. Zum ersten Mal fand in dieser Legislaturperiode eine öffentliche Sitzung statt.

Infoveranstaltung für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten

der Parlamentarische Beirat des DNTDs

Berlin, 15.11. 2022 – In der neuen Legislaturperiode hatten wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Bundestagsabgeordneten des Parlamentarischen Beirats, des Ausschusses wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gesundheit sowie Bildung und Forschung die Möglichkeit, sich über vernachlässigte Tropenkrankheiten und deren Bedeutung in der Globalen Gesundheit zu informieren. Prof Dr. Jürgen May, Leiter des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg gab einen Überblick über vernachlässigte Tropenkrankheiten. Er beschrieb den Zusammenhang zwischen armen Bevölkerungsgruppen in Afrika, Lateinamerika und Asien und deren gesundheitliche Einschränkungen und verlorenen Lebensjahren (Dalys). Er wies auch auf die internationalen Anstrengungen zur Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten in den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG 3.3.), die WHO-NTD Roadmap und die Kigali Declaration on NTDs hin. Miriam Maier von der Christoffel-Blindenmission e.V. sprach über die Herausforderungen in NTD-Bekämpfungsprogrammen von Augenkrankheiten wie Trachom und Flussblindheit, Dr. Anil Fastenau von der DAHW (Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe e.V.), gab einen Einblick in seine Arbeit bei der DAHW, Dr. Igor Pilawski stellte die Projektarbeit von Tierärzte ohne Grenzen vor und Antonia Asche von Merck sprach über das Engagement ihres Unternehmens bei Bekämpfungsprogrammen gegen Schistosomiasis. Wichtige Fragen stellten sich zum Zusammenhang von Antibiotikaresistenzen und NTDs sowie Klimaveränderungen und möglicher Krankheitslasten durch vernachlässigte Tropenkrankheiten. Gastgeber war Christian Griebenow, GF von Tierärzte ohne Grenzen und Mitglied im Vorstand des DNTDs.

Von Selbstverpflichtungen zur Aktion

+++ Lunch mit dem Parlamentarischen Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

Parlamentarischen Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten beim Lunch

Berlin, 20.10.2022 – Bei einem gemeinsamen Mittagessen des Deutschen Netzwerks und dem Parlamentarischen Beirat gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten diskutierten die Abgeordneten vor dem Hintergrund der Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt über Möglichkeiten, wie die vielen Selbstverpflichtungen der Bundesregierung – Koalitionsvertrag, Kigali Declaration on NTDs, G7 Abschlusserklärungen – in denen sie sich zur verstärkten Bekämpfung der NTDs bekannt hat, in die Tat umgesetzt werden können. Mittelaufstockungen sind nicht zu erwarten, alle hoffen, dass die bereits zugesagten Mittel, bzw. Vorhaben nicht gekürzt werden.