Pressemitteilungen des DNTDs

+ + + Viele Mitglieder des DNTDs beteiligt

Berlin, 18. Januar 2021 – Bei einer Aktionswoche zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten vom 25.-31. Januar 2021 wird weltweit auf Menschen aufmerksam gemacht, die sonst kaum Beachtung geschenkt bekommen. Es sind etwa 1,5 Milliarden Menschen, die an einer oder mehreren vernachlässigten Tropenkrankheiten leiden. Sie stehen häufig im Abseits, weil sie fast immer zu den Ärmsten der Armen gehören.

Beleuchtungsaktion: Orange-violette Monumente und Gebäude weltweit

Am 30. Januar 2021, dem Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten, werden in Ländern auf der ganzen Welt Gebäude angestrahlt – von Lila ins Orange changierend. Damit wird ein Zeichen gesetzt und weltweit aufgerufen, mehr gegen diese Infektionskrankheiten zu tun.

In Berlin wird das Sony-Center am Potsdamer Platz in diesen Farben beleuchtet, darüber hinaus das Hauptgebäude der Bayer AG im Wedding. Bayer engagiert sich seit mehr als zehn Jahren im Kampf gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten und spendet kostenfrei Medikamente zur Bekämpfung der Afrikanischen Schlafkrankheit und der Chagas-Krankheit an die WHO, die diese wiederum zu den betroffenen Menschen bringt.

In Würzburg wird die dort ansässige Hilfsorganisation DAHW Deutsche Lepra- und  Tuberkulosehilfe e. V. den Kiliansbrunnen am Hauptbahnhof in Orange beleuchten      und mit einem Videotalk auf die Bekämpfung der NTDs Bilharziose und Lepra  hinweisen. Bundesweit setzen ehrenamtliche Helferinnen und Helfern der  DAHW eigene Aktionen um oder schließen sich der #WearOrange-Kampagne an.  Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller hat sich bereits bei der DAHW und dem DNTDs für ihre Initiative und Unterstützung im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten bedankt.

Die Hilfsorganisation CBM (Christoffel Blindenmission e.V.) wird sich ebenfalls in der Region ihres Hauptsitzes im südhessischen Bensheim an der Beleuchtungsaktion            beteiligen.

Weltweit werden insgesamt mehr als 40 Gebäude angestrahlt (Stand 15.1.21), u.a. die Chinesische Mauer in Beijing, der schiefe Turm zu Pisa, das Kolosseum in Rom, Petra in  Jordanien und der Bloomberg Tower in New York.

Initiator dieser weltweiten Kampagne ist das Kronprinzen Gericht von Abu Dhabi, unterstützt von 230 Partnerorganisationen (https://worldntdday.org/partners/), darunter Forschungsinstitutionen/Universitäten, Pharmaunternehmen, Gesundheitsministerien und Nichtregierungsorganisationen.

NTD-Woche mit diversen Aktivitäten

Neben der Beleuchtungsaktion werden in der kommenden Woche international als auch in Deutschland diverse Veranstaltungen zu vernachlässigten Tropenkrankheiten stattfinden:

  • Am 25. Januar 2021 wird das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zum Auftakt der Aktionswoche zu einer virtuellen Veranstaltung unter Schirmherrschaft von Dr. Georg Kippels MdB einladen, bei der die Chagas-Krankheit im Mittelpunkt stehen wird, eine der von der WHO gelisteten NTDs, die bis 2030 eliminiert werden sollen. Chagas ist vor allem in Lateinamerika verbreitet, aber zunehmend auch in den USA und in Europa zu finden.  Mehr Informationen und Registrierung unter folgendem Link   https://eveeno.com/webtalk-dntds-europa-2021
  • Am Januar 2021 wird im Deutschen Bundestag das Thema „Bis zur letzten Meile auf dem Weg zu erfolgreicher Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) – deutsche Umsetzungsbeiträge zur neuen WHO-NTD-Roadmap 2021-2030“ im Unterausschuss Globale Gesundheit diskutiert.
  • Am 28. Januar 2021 wird die WHO im Rahmen dieser Woche den neuen Aktionsplan 2030 zur Bekämpfung der NTDs, der Ende letzten Jahres von der World Health Assembly angenommen wurde, der Öffentlichkeit vorstellen. Neu ist insbesondere der integrative, sektorübergreifende Ansatz und die Betonung der Verantwortung der Länder, in denen die Krankheiten endemisch sind. Anmeldungen sind unter diesem Link möglich https://bit.ly/3ieAapB

Weitere Informationen zur NTD-Woche können Sie über unser DNTDs-Koordinationsbüro erhalten.

Berlin, 10.09.2020 – Das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten hat auf seiner Mitgliederversammlung dem bisherigen Vorstand erneut sein Vertrauen ausgesprochen und für eine weitere, zweite, Amtszeit bestätigt:

Prof. Dr. Achim Hörauf, benannt als Sprecher des DNTDs, Direktor des Instituts für medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn

Dr. Dr. Carsten Köhler, Mitglied im Vorstand, Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin Baden-Württemberg, Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie, Universitätsklinikum, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Christian Griebenow, Mitglied im Vorstand, Managing Director bei Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Johan Willems, Mitglied im Vorstand, NTD-Programm-Manager, Christoffel-Blindenmission (CBM)

Harald Zimmer, Mitglied im Vorstand, Senior Referent Internationales, Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa)

Die Vorstände blicken auf drei erfolgreiche Jahre zurück, die vor allem zum Ziel hatten, die Aufmerksamkeit der deutschen Bundesregierung auf die Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten zu lenken. „Dies, würde ich sagen, ist uns gelungen“, sagt der Sprecher des Vorstands, Professor Achim Hörauf. „Jetzt hoffen wir, dass wir gemeinsam mit den Ministerien für Gesundheit, Forschung, sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, den Kampf gegen die NTDs forcieren können“. Weitere Herausforderungen für die neue Amtszeit werden sein, die WHO bei ihrer Umsetzung der NTD-Roadmap 2030 und die Fortschreibung der London Declaration, eine gemeinsame, freiwillige Verpflichtung verschiedener Akteure die NTDs zu bekämpfen, zu unterstützen sowie im Forschungsbereich anzuregen weitere Fördermöglichkeiten zu schaffen.

Im Gespräch Prof. Dr. Helge Braun und Jakob Simmank, zeitonline | © DNTDs

Berlin – 30.1.2020 Das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten freut sich über das Engagement von Prof. Dr. Helge Braun, Chef des Kanzleramtes, zu vernachlässigten Tropenkrankheiten. Anlässlich des ersten Welttages gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten war Kanzleramtschef Professor Dr. Helge Braun zu Gast beim Kamingespräch des Deutschen Netzwerkes gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Jenseits des Fachkreises ist weitgehend unbekannt, dass sich der promovierte Mediziner seit Langem für die Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten einsetzt. Beim Kamingespräch bekräftigte er sein persönliches Engagement. Aus seiner Erfahrung in der Bundespolitik wisse er, dass in vielen Ländern die mangelnde Gesundheit für den Wohlstandsaufbau und die Sicherheits- und Friedenspolitik ein beschränkender Faktor sei. Er hoffe, dass der aktuelle Ausbruch des Corona-Virus das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer guten globalen Zusammenarbeit schärfe. Professor Dr. Helge Braun wies weiter darauf hin, dass ein holistischer Ansatz bei der Bekämpfung von Krankheiten wichtig sei, aber das Ziel, dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Deshalb bedürfe es Engagierten, die „durchhalten“ und führte als gutes Beispiel das Guineawurm-Eradikationsprogramm an.

Er erklärte, dass die Bundesregierung die WHO im Kampf gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten unterstützt und weiterhin unterstützen werde. Auf die Erneuerung der sogenannten London Deklaration in Kigali dieses Jahres angesprochen, äußerte er: „Das Thema ist heute dringlicher als zu Zeiten der London Deklaration. Warum sollten deshalb nichts geschehen?“ Persönlich würde er sich freuen, wenn mehr Programme aufgelegt werden könnten. Denn, mit Blick auf die Erkrankten, konstatierte der Kanzleramtschef: „So kann man Menschen nicht leben lassen“.

Professor Dr. Helge Braun  war daran beteiligt, dass die Themen der Globalen Gesundheit, auch die vernachlässigten Tropenkrankheiten, auf den internationalen Agenden der jährlichen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefinnen seit 2015 Einzug gehalten, erhöhte Aufmerksamkeit erhalten haben und in der Abschlusserklärung des G7 Gipfel in Elmau 2015 und G20 Gipfel in Hamburg 2017 zu finden sind. Durch seinen Einfluss haben die Gesundheits- und Forschungsminister der G7-Staaten und G20-Staaten erkannt, wie wichtig der Kampf gegen diese Krankheiten ist und sich dafür ausgesprochen, sich verstärkt für Maßnahmen gegen diese Krankheiten zu engagieren.

 

Bereits 2011 entstand unter seiner Federführung beim BMBF ein Fonds zur Unterstützung von Produktentwicklungspartnerschaften für NTDs und andere armutsassoziierte Krankheiten. Unter seiner Federführung lud das Bundeskanzleramt 2017 beim 3. Deutschland Forum zum Thema „Was Menschen wichtig ist – Globale Gesundheit und Innovation“ ein. Vernachlässigte Tropenkrankheiten gehörten dabei zu den zentralen Themen.

Auf Prof. Brauns Anregung hin entstand auch eine umfassende Studie zur Forschungslandschaft bei vernachlässigten Tropenkrankheiten in Deutschland.

Als Staatsminister im Bundeskanzleramt initiierte Prof. Braun 2015, 2016, 2017 gemeinsam mit dem Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten den Runden Tisch „Vernachlässigte Tropenkrankheiten“. Zum ersten Mal trafen sich Vertreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Auswärtigen Amtes (AA) mit Bundestagsabgeordneten und dem DNTDs, um über die Aktivitäten der Bundesregierung sowohl bei der Forschungsförderung wie auch in der Bekämpfung der NTDs vor Ort in endemischen Ländern zu berichten. Heute treffen sich die Vertreter der Ministerien regelmäßig, um Themen der Globalen Gesundheit zu diskutieren.