Pressemitteilungen des DNTDs
PRESSEANGEBOT Zum Welt-NTD-Tag 2026
Interviewangebot: Drei Fragen an Leonie Maier, Youth Ambassador für vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs)
Im Vorfeld des Welt-NTD-Tages 2026 (30.01.) laden wir Sie zum Kamingespräch des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) am 28.1.2026 ein. Die entsprechende Einladung finden Sie im Anhang. Es gelten die Chatham House Rules.
Beim Kaminabend haben Sie auch die Möglichkeit unsere Jugendvertreterin für vernachlässigte Tropenkrankheiten, Leonie Maier, zu interviewen. Leonie Maier ist seit Oktober 2025 die erste deutsche Youth Ambassador für vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs). Die 28-jährige Medizinstudentin aus Leipzig engagierte sich schon davor für Themen der globalen Gesundheit.
Mit ihrer Rolle als Youth Ambassador bringt sie insbesondere die Perspektive junger Fachkräfte in die Debatte um globale Gesundheit und Entwicklungszusammenarbeit ein. Ihr Ziel ist es nun, die Sichtbarkeit vernachlässigter Krankheiten zu erhöhen und die internationale Zusammenarbeit zu stärken. Der Welt-NTD-Tag bietet dafür einen wichtigen Anlass.
Gerne können Sie nachstehendes Kurzinterview zur Veröffentlichung nutzen
Sperrfrist 30.1.2026
Drei Fragen an Leonie Maier:
Was bedeutet globale Gesundheit und der Welt-NTD-Tag für Sie, als Vertreterin der jungen Generation, in Deutschland?
„Globale Gesundheit ist für mich ein Ausdruck von Solidarität und Verantwortung über nationale Grenzen hinweg. Der Welt-NTD-Tag erinnert daran, dass Millionen Menschen weiterhin an Krankheiten leiden, die vermeidbar und behandelbar wären. Gerade in Zeiten multipler Krisen dürfen wir globale Gesundheit nicht als Nebenthema behandeln. Die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten ist ein zentraler Beitrag zu Armutsbekämpfung, Bildung und gesellschaftlicher Stabilität – auch aus Sicht der jungen Generation in Deutschland.“
Wie bewerten Sie die aktuelle Reformagenda des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Hinblick auf die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten?
„Die Reformagenda des BMZ bietet die Chance, globale Gesundheit strategischer und nachhaltiger zu verankern. Wichtig ist, dass vernachlässigte Tropenkrankheiten weiterhin als Querschnittsthema gedacht werden. Besonders sektorübergreifende Ansätze wie One Health, die Gesundheit, Umwelt und Entwicklung zusammenführen, können die Wirksamkeit von NTD-Programmen deutlich stärken, wenn sie konsequent umgesetzt werden.“
Was motiviert Sie persönlich, sich als Youth Ambassador für vernachlässigte Tropenkrankheiten zu engagieren?
„Mich motiviert die große Ungerechtigkeit, dass Krankheiten allein aufgrund von Armut und fehlender politischer Aufmerksamkeit fortbestehen. Als Medizinstudentin sehe ich, wie viel Wissen und wirksame Maßnahmen bereits existieren – und wie wenig davon bei den Betroffenen ankommt. Ich sehe auch, dass das Thema vernachlässigte Tropenkrankheiten im Curriculum kaum stattfindet. Als Youth Ambassador möchte ich junge Fachkräfte vernetzen, Wissen weitergeben und dazu beitragen, dass NTDs stärker auf der wissenschaftlichen, politischen und medialen Agenda stehen.“
Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten:
Berlin, 22.01.2026 – Am 30. Januar, dem von der WHO seit 2021 ausgerufenen Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs), richtet sich die weltweite Aufmerksamkeit auf eine Gruppe von Krankheiten, die vor allem Menschen in den ärmsten Ländern der Tropen betrifft. Dazu gehören unter anderem Lepra und Dengue-Fieber – Letzteres gewinnt zunehmend auch in Europa an Bedeutung.
Alle sind aufgerufen, sich dafür einzusetzen, dass diese Krankheiten nachhaltig bekämpft und langfristig eliminiert werden. Die laufenden Programme dazu, die jährlich mehr als eine Milliarde Menschen erreichen müssen weitergeführt, ja sogar ausgeweitet werden, , um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden.
Die BMZ-Reformagenda eröffnet nach Ansicht des DNTDs wichtige Chancen für die internationale Zusammenarbeit. Kooperation mit multilateralen Partnern wie WHO, ESPEN oder regionalen Gesundheitsnetzwerken sowie mit Privatunternehmen und sektorübergreifende Ansätze, z. B. im Bereich One Health, die Gesundheit, Umwelt und gesellschaftliche Stabilität miteinander verbinden, werden stärker in den Fokus gerückt. Zudem bekennt sich das BMZ zur Armutsbekämpfung.
Prof. Dr. Achim Hörauf, Sprecher des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie in Bonn, betont: „Wir begrüßen daher ausdrücklich, dass die Bundesregierung mit der BMZ-Reform ihre Entwicklungspolitik fokussierter auf die Bekämpfung von Armut und Chancenungleichheit, insbesondere in Afrika, ausrichten will. Entscheidend ist dabei auch die gezielte Förderung der NTD-Bekämpfung – denn ohne sie lässt sich der Kreislauf von Krankheit und Armut nicht durchbrechen. Die BMZ-Reform eröffnet zudem Chancen, die internationale Zusammenarbeit zu stärken und NTDs stärker auf die nationale und globale Agenda zu setzen.“
Leonie Maier, die erste deutsche Youth Ambassador für NTDs, die seit Oktober 2025 aktiv ist, erklärt: „Trotz multipler Krisen und geopolitischer Herausforderungen, die auch nationale und internationale Budgets belasten, dürfen die von vernachlässigten Tropenkrankheiten betroffenen Menschen nicht vergessen werden. Die Bekämpfung von NTDs ist nicht nur ein Gesundheitsanliegen, sondern auch entscheidend für Armutsbekämpfung, Bildung und gesellschaftliche Stabilität.“
Das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten begrüßt die weltweiten Aktionen zum Welttag und plant auch in Deutschland eigene Aktivitäten, an denen Mitglieder und Partner des Netzwerks teilnehmen werden, um die Sichtbarkeit von NTDs zu erhöhen:
Bensheim/Afrika
CBM macht Mut zum Welt-NTD-Tag 2026
Zum Welt-NTD-Tag rückt CBM den Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten mit inspirierenden Geschichten, Videos und Fakten aus ihrer Projektarbeit in den Mittelpunkt. CBM wird bedeutende Meilensteine feiern, wie die Eliminierung von Trachom in einigen Ländern. Ein besonderer Höhepunkt wird die nationale Festlichkeit Burundis dazu sein – ein Erfolg, zu dem CBM als wichtigster Partner im Land maßgeblich beigetragen hat. Die CBM will Trachom bis 2030 weltweit ausrotten. Eine Initiative dazu startet am Welt-NTD-Tag. Verfolgen sie Aktivitäten und Erfolge auf www.cbm.org sowie auf den Social-Media-Kanälen von CBM wie LinkedIn , YouTube , X (formerly Twitter)
Berlin
Kaminabend des DNTDs
28.1.2026 - Das Deutsche Netzwerk plant ein Kamingespräch mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Bärbel Kofler MdB. Zuvor wird der Parlamentarische Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten, in dieser Legislaturperiode unter der neuen Leitung von Sascha van Beek MdB, in einer Feierstunde wieder eingesetzt.
Hamburg
Podiumsdiskussion und Vernissage
30.1.2026 - Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) lädt zu einer Podiumsdiskussion und Vernissage unter dem Motto: „Unsichtbare Realitäten: Kunst, Politik und Konflikte - Ein Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten“ ein. Unter den Diskutanten sind Prof. Dr. Jürgen May (BNITM), Dr. Jutta Reinhard Rupp (FIND) und Melissa Scharwey (MSF). Die Vernissage stellt Kunstwerke eines weltweiten Kunstwettbewerbes aus. Dieser wurde von der AG NTD der deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit, der äthiopischen NTD Jugendorganisation Alert Gursha und dem äthiopischen Künstler Solomon Kifle organisiert. Der Kunstwettbewerb wurde durch den Andreas Ruppel Fund unterstützt in Kooperation mit der Federation of European Socities for Tropical Medicine and International Health (FESTMIH), die Veranstaltung in Hamburg findet in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) statt.
Singen
Radiospot
Das Pharmaunternehmen Takeda, das einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber herstellt, wird einen Radiospot mit Prof. Dr. Jonas Schmidt-Chanasit produzieren. Der Radiospot wird Anfang Februar laufen und soll auf die Verbreitung der Tigermücke in Deutschland aufmerksam machen und aufklären, was man gegen deren Ausbreitung tun kann.
Tübingen
Licht gegen das Vergessen – Aktion zum World NTD Day an der Universität Tübingen
29.1.2026, ab 17:00 Uhr - ein Team aus der Tropenmedizin des Universitätsklinikums lädt zu einer öffentlichen Aktion ein. Die Veranstaltung findet vor der Aula der Universität in der Wilhelmstraße statt.
Mit leuchtenden Lichtinstallationen in Wurmform, informativen Postern und einem interaktiven Quiz möchte das Team auf die vernachlässigten Tropenkrankheiten aufmerksam machen. Ziel der Aktion ist es, die Sichtbarkeit dieser oft übersehenen Erkrankungen zu erhöhen und über ihre globale Bedeutung zu informieren.
Würzburg/ Online
Online Vortrag & Historischer Spaziergang mit Fotoausstellung
Online
Aus erster Hand: Wie Lepra‑Betroffene in Indien ihre Rechte selbst in die Hand nehmen
27.01.2026, 18:00 Uhr – Online (Zoom)
Im Rahmen des Welt‑NTD‑Tages bietet die DAHW ein Online‑Gespräch mit Maya Ranaware, Präsidentin der indischen Selbstvertretungsorganisation APAL, an. Sie berichtet über Stigmatisierung, Rechtearbeit und die Rolle von Betroffenenorganisationen im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Weitere Infos und Anmeldung zu den Veranstaltungen: www.lepra-beenden.de
Würzburg
Historischer Spaziergang „Auf den Spuren der Lepra“
25.01.2026, 10:30 Uhr (Treffpunkt: Adalbero‑Kirche, Weingartenstraße 25)
In Würzburg – Sitz der DAHW – lädt ein historischer Spaziergang entlang früherer „Siechenhäuser“ dazu ein, die Geschichte der Lepra in Europa einzuordnen und den Bogen zur heutigen globalen Situation zu schlagen. Eine weitere Führung findet am 29.01.2026, 15:30 Uhr statt. Anmeldung erwünscht, spontane Teilnahme möglich. Im Anschluss daran ist es jeweils möglich die Ausstellung „Lichtblicke – zwischen Stigma und Stärke“ im Würzburger Rathaus (noch bis 31.1.2026) zu besuchen. Die Ausstellung zeigt fotografische Einblicke in Lebenswelten von Menschen, die heute noch von Lepra betroffen sind, und macht auf die Bedeutung von Anti‑Stigma‑Arbeit in der NTD‑Bekämpfung aufmerksam. Weitere Infos und Anmeldung zu den Veranstaltungen: www.lepra-beenden.de
Bei weiteren Fragen zu den Programmen oder Interviewwünschen, wenden Sie sich bitte an uns: ntd-net@gundh.com oder besuchen unsere Website: www.dntds.de
Sperrfrist vom 28.1. 2026 gilt ausschließlich für die wörtlichen Zitate von Prof. Dr. Achim Hörauf und Leonie Maier. Alle übrigen Inhalte dieser Presseinformation sind frei verwendbar
Weiterlesen … Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten:
Act now – for global health equity!
++ Europäische Netzwerke gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten fordern entschlossenes politisches Handeln
Hamburg, 29. September 2025 -Auf der ECTMIH, dem Europäischen Kongresses für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (ECTMIH) 2025 zu dem mehr als 1000 Expert:innen aus aller Welt nach Hamburg kamen, richteten die europäischen Netzwerke gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (aus Deutschland, Italien, Frankreich, Schweiz und UK), einen eindringlichen Call for Action an ihre jeweiligen Regierungen.
Weitere Unterzeichner sind: die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG), die europäische Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (festmih), das Kanadische Netzwerk für Vernachlässigte Tropenkrankheiten, United to Combat NTDs (UTC)und Jugendnetzwerke gegen NTDs.
In der Veranstaltung „Translating research into action: Neglected tropical disease advocacy networks and policy transformation“, Track 6, organsiert u.a. vom DNTDs machten sie deutlich: Ohne langfristige politische Unterstützung und gesicherte Finanzierung drohen Rückschritte im Kampf gegen Armut und vermeidbare Krankheiten.
„Die NTD-Community reagiert auf globale Krisen mit Solidarität, Innovation und Kooperation. Doch Fortschritt gelingt nur, wenn betroffene Gemeinschaften im Zentrum stehen und die Zivilgesellschaft aktiv eingebunden wird“, betonten Dr. Dr. Carsten Köhler, Mitglied im Vorstand des DNTDs und Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin Baden-Württemberg am Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie, Universitätsklinikum, Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie Prof. Dr. Laura Rinaldi, Wissenschaftlerin an der Universität Neapel, als Vertreterin des italienischen Netzwerkes.
Wachsende Herausforderungen
- Die NTD-Expert:innen warnen in der Veranstaltung vor zunehmenden Risiken, die die Bekämpfung von NTDs erschweren:
- Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Vektor-Erkrankungen wie Dengue oder Leishmaniose – auch in Europa.
- Migration stellt Prävention und Versorgung vor neue Aufgaben.
- COVID-Folgen verzögern weiterhin Screening-, Impf- und Behandlungsprogramme.
- Multimorbidität erfordert integrierte, sektorübergreifende Versorgungssysteme.
- Politische Instabilität und Konflikte erschweren den Zugang zu den vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen.
Die zentralen Forderungen können Sie dem angefügten call for action „Jetzt handeln – für eine gerechtere und gesündere Welt!“ entnehmen.
Hintergrund
Mehr als 1,7 Milliarden Menschen weltweit – auch in Europa – sind von NTDs betroffen oder bedroht. Die Krankheiten verursachen chronisches Leid, Behinderungen oder den Tod, bleiben aber aufgrund ihrer engen Verknüpfung mit Armut und Marginalisierung oft unbeachtet. Bereits während der italienischen (2024) und kanadischen (2025) G7-Präsidentschaften hatte die NTD-Community einen öffentlichen Appell gestartet. Nun erneuert sie diesen in Hamburg und fordert die internationale Staatengemeinschaft auf: Jetzt handeln – für eine gerechtere und gesündere Welt!