Pressemitteilungen des DNTDs

++ Mehr als eine Milliarde Menschen wurden 2016 mit Medikamenten gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten versorgt

+++ Deutsches Netzwerk unterstützt die Forderung nach verstärkter Integration der vernachlässigten Tropenkrankheiten in die globale Gesundheitspolitik

Berlin/Tokio. 14.12.2017 – Weltweit leiden mehr als 1,5 Milliarden Menschen an vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs), manchmal an mehreren zugleich. Doch 1 Milliarde von ihnen wurden im Jahr 2016 gegen mindestens eine dieser Krankheiten behandelt. So sind die Bekämpfungsprogramme ihrem Ziel, diese Krankheiten einzudämmen, wieder ein Stück näher gekommen.  Das berichtet der fünfte Fortschrittsbericht „Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten, die Schnittstelle zu einer universellen Gesundheitsversorgung (UHC)“ des globalen Bündnisses „Uniting to Combat NTDs“, der heute in Tokio anlässlich einer internationalen Gesundheitskonferenz der japanischen Regierung zu universeller Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage) vorgestellt wird. Der neue Bericht stellt die Bekämpfungsprogramme gegen NTD als Schnittstelle zu einer universellen Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt.

Der Bericht beschreibt Fortschritte seit der 2012 verabschiedeten „London Declaration“. In dieser Deklaration haben Vertreter der Regierungen der USA und Großbritanniens, der WHO, der Weltbank, der Bill & Melinda Gates-Stiftung, der Zivilgesellschaft, Forschungs- und akademischen Einrichtungen und 13 Pharmaunternehmen 2012 vereinbart, bis Ende des Jahrzehnts zehn der vernachlässigten Tropenkrankheiten einzudämmen, zu eliminieren oder auszurotten. Zu diesen zählen beispielsweise die Wurmkrankheiten, Bilharziose (Schistosomiasis), Flussblindheit und Elefantiasis und die afrikanische Schlafkrankheit. An NTD leiden insbesondere die ärmsten Menschen in den oft entlegenen Regionen der Welt.

Im Mittelpunkt des Berichts steht der Nutzen der integrierten Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten für die Gesundheitssysteme von Schwellen- und Entwicklungsländern. „Bei der Ausweitung der Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere im Bereich der Primärgesundheit, leisten die Bekämpfungsprogramme gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten einen wesentlichen Beitrag, da sie Medikamente und Gesundheitsdienstleistungen selbst in schwer erreichbare Regionen der Zielländer bringen“, sagt Burkard Kömm, Mitglied des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten und Geschäftsführer der DAHW, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.. „Damit kann die NTD-Bekämpfung im Sinne der deutschen globalen Gesundheitsstrategie für den Aufbau von Gesundheitssystemen genutzt werden. Sie ist ein Treiber für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in der Entwicklungspolitik.“

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Koordinationsbüro, Telefon: 030 236246 03
Wir helfen Ihnen auch gern bei Interviewwünschen.
 
Den Executive Summary des Berichtes finden Sie in deutscher Übersetzung sowie das Kapitel zur Universellen Gesundheitsversorgung

Mehr zur Verknüpfung von universeller Gesundheitsversorgung finden Sie auch in der Studie zum Potential Deutschlands bei der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten, Nov 2017

 

Berlin - 18.5.2017. Das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten hat bei seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Im Deutschen Netzwerk engagieren sich Akteure der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Privatwirtschaft:

Als Vertreter der Nichtregierungsorganisationen:

Johan Willems, NTD-Programmkoordinator Afrika, Christoffel-Blindenmission(CBM);

Timm Schneider, Samhathi Deutschland - Hilfe für Indien e.V.

Als Vertreter der Wirtschaft:

Harald Zimmer, Senior Referent Internationales, Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa).

Als Vertreter der Wissenschaft:

Prof. Dr. Achim Hörauf, Direktor des Instituts für Med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn;

Dr. Dr. Carsten Köhler, Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin Baden-Württemberg, Instituts für Tropenmedizin (ITM) der Eberhard Karls Universität Tübingen. .

Der Sprecher des deutschen Netzwerks ist Prof. Dr. Achim Hörauf und stellvertretender Sprecher ist Timm Schneider von Samhathi Deutschland - Hilfe für Indien e.V.

Als Ehrenmitglieder sind Prof. Dr. Martin Kollmann, Christoffel Blindenmission (CBM) und Prof. Dr. Jürgen May, Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin Hamburg benannt worden. Sie zählen beide zu den Gründungsmitgliedern des DNTDs, sind frühere Sprecher und Mitglieder im Vorstand.

Prof. Dr. Achim Hörauf ist seit 2003 Direktor des Instituts für med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn. Seit mehr als 20 Jahren ist er in der Forschung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) aktiv, vor allem zu neuen Medikamenten für Lymphatische Filariose und Onchozerkose (Flussblindheit) in internationalen Konsortien, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), aber auch von der Bill und Melinda Gates Foundation (BMGF) und der Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi) unterstützt werden. Er ist Sprecher des Standortes Bonn-Köln des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Seine Studien führten ihn in viele Länder Afrikas und Asiens.

Timm Schneider ist Facharzt für Innere Medizin und hat einen Abschluss in Public Health (M.Sc.) von der Universität Düsseldorf. Seit 2010 setzt er sich für eine Reduktion der durch die vernachlässigten Tropenkrankheiten bedingtenKrankheitslast ein. Im Rahmen diverser Projekte spezialisierte er sich auf Strategien hinsichtlich eines verbesserten Zuganges zu Gesundheitsleistungen. Als Gründungsmitglied des Deutschen Netzwerkes gegen NTDs und Berater des Indischen Netzwerkes, vertritt Timm Schneider die vernachlässigten Tropenkrankheiten innerhalb der Deutschen Zivilgesellschaft sowie der „Global Health Community”. Als stellvertretender Vorsitzender der Indisch-Deutschen Entwicklungsorganisation „Samhathi” setzt er sich vor allem für die Bekämpfung der Lymphatischen Filariose ein.

Berlin/Genf. 19.4.2017 - Beim Weltgesundheitsgipfel gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten bekräftigten Margret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan und Bill Gates die Umsetzung der in der so genannten Agenda 2030 vereinbarten UN-Nachhaltigkeitsziele zu vernachlässigten Tropenkrankheiten.

„Die Vorgaben der Agenda 2030, vernachlässigte Tropenkrankheiten zu bekämpfen, ist eine gewaltige Herausforderung und verlangt einen Paradigmenwechsel hin zu umfassenden und inklusiven NTD-Programmen“, sagte Prof. Dr. KH Martin Kollmann, Mitglied im Vorstand des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) und NTD-Fachberater der Christoffel-Blindenmission (CBM) mit Dienstsitz in Nairobi (Kenia).

Harald Zimmer, stellvertretender Sprecher des DNTDs betonte bei seinem Statement vor den Experten des Gesundheitsgipfels, dass Deutschland die Gesundheitssystemstärkung in den Mittelpunkt seiner gesundheitsbezogenen‎ Entwicklungszusammenarbeit stelle. Es liege aber auf der Hand, dass nicht alle Gesundheitsleistungen sofort gleichzeitig überall zur Verfügung gestellt werden können. „Eine Prioritätensetzung ist notwendig. Die Kosteneffizienz und die Armenorientierung der Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten sind die Gründe dafür, dass deren Unterstützung im Rahmen der Gesundheitssystemstärkung eine hohe Priorität gegeben werden sollte. Die Ausbildung von Gesundheitshelfern im Rahmen von NTD-Programmen hat außerdem selber einen systemstärkenden Effekt."