Aktivitäten der Mitglieder und Beobachter des DNTDs
Historischer Schritt: UN-Menschenrechtsrat erkennt Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Tropenkrankheiten an
Genf, 7. Juli 2026 – Der UN-Menschenrechtsrat hat erstmals eine Resolution zu „Menschenrechten und vernachlässigten Tropenkrankheiten“ (NTDs) verabschiedet. Damit wird anerkannt, dass die Bekämpfung dieser Krankheiten nicht nur eine gesundheitspolitische, sondern auch eine menschenrechtliche Aufgabe ist.
Die von Malawi gemeinsam mit Burkina Faso, Kenia, Tansania, Gambia und Marokko eingebrachte Resolution unterstreicht die enge Verbindung zwischen NTDs und grundlegenden Herausforderungen wie Armut, fehlendem Zugang zu sauberem Wasser, unzureichender Sanitärversorgung, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen von diesen Krankheiten betroffen.
Die afrikanischen Staaten haben mit ihrer Initiative eine wichtige Führungsrolle übernommen. Malawi, ein langjähriger Partner in der globalen NTD-Bekämpfung, setzt dabei wichtige Impulse – unter anderem durch erfolgreiche Programme zur Eliminierung von Krankheiten und die Zusammenarbeit zur Bekämpfung der weiblichen Genitalbilharziose (FGS).
Auch die Bundesregierung unterstützt die Resolution. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) teilt die menschenrechtliche Perspektive auf vernachlässigte Tropenkrankheiten und erkennt die besondere Bedeutung für besonders schutzbedürftige Gruppen an. Deutschland wird die Resolution im UN-Menschenrechtsrat als Co-Sponsor unterstützen.
Uniting to Combat Neglected Tropical Diseases (UTC) hat intensiv an der Vorbereitung und Unterstützung der Resolution mitgewirkt und begrüßt den historischen Beschluss. Die Resolution schafft eine wichtige Grundlage, um Menschenrechte stärker in nationale und internationale Strategien zur Eliminierung von NTDs zu integrieren.
Mit der Annahme der Resolution setzt der UN-Menschenrechtsrat ein starkes Zeichen: Niemand darf aufgrund einer vermeidbaren und behandelbaren Krankheit von Würde, Gesundheit, Bildung oder gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden.
Zwischen Terrarium und Tropenmedizin: Berliner Zoo setzt Zeichen für globale Gesundheitsgerechtigkeit
+ + + Experten aus Forschung, Zoo-Praxis und Politik diskutieren Schlangenbisse als vernachlässigte Tropenkrankheit
Berlin, 22. Juni 2026 – Das Aquarium Berlin wurde zum Treffpunkt von Expertinnen und Experten aus Forschung, Zoo-Praxis, Medizin und Politik. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein oft übersehenes globales Gesundheitsproblem: Schlangenbissvergiftungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert diese als vernachlässigte Tropenkrankheit (Neglected Tropical Disease, NTD). Jährlich werden weltweit rund 5,4 Millionen Menschen von Schlangen gebissen, mehr als Hunderttausend sterben, weitere Hunderttausende tragen dauerhafte gesundheitliche Schäden davon.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Schlangenbissvergiftungen weit mehr sind als ein medizinisches Problem. Sascha van Beek MdB, Sprecher des Parlamentarischen Beirats gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten, betonte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit von Forschung, Politik und Praxis. Die Bekämpfung von NTDs sei nicht nur eine Frage der Humanität, sondern auch ein Beitrag zu Innovation, globalen Partnerschaften und stabilen Gesellschaften. Nicht mangelnde Forschung sei primär das Problem, sondern mangelnde Gerechtigkeit.
Einen besonderen Schwerpunkt setzte Antonia Braus vom Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs), indem sie den One-Health-Ansatz hervorhob. In vielen Regionen der Welt leben Menschen, Nutztiere und Wildtiere in engem Kontakt miteinander. Deshalb kann die menschliche Gesundheit nicht isoliert betrachtet werden; sie ist untrennbar mit der Gesundheit von Tieren aber auch mit klimatischen und anderen Umwelteinflüssen verbunden. Community Health Worker, Tierärztinnen und Tierärzte sowie medizinisches Personal spielten eine zentrale Rolle bei Prävention, Früherkennung und Behandlung. Nachhaltige Lösungen seien nur möglich, wenn Silos aufgebrochen und die Bereiche Humanmedizin, Tiermedizin und Umwelt konsequent zusammen gedacht würden.
Welche Rolle zoologische Einrichtungen dabei spielen können, erläuterte Dr. Andreas Pauly, Leiter der Abteilung für Tiergesundheit, Tierschutz und Forschung von Zoo, Tierpark und Aquarium Berlin. Mit der historischen Schlangenfarm des Tierparks Berlin und der heutigen Giftschlangenhaltung im Aquarium Berlin verfüge die Hauptstadt über eine lange Tradition in Forschung, Haltung und Aufklärung rund um Giftschlangen. Dieses Wissen trage bis heute zur Bildungsarbeit, Forschung und zum sicheren Umgang mit Schlangenbissunfällen bei.
Markus Klamt, Reptilien-Kurator des Aquariums Berlin, verwies auf die Herausforderungen durch die private und teilweise illegale Haltung von Giftschlangen. Fehlende Sachkunde und mangelnde Notfallvorsorge führten immer wieder zu gefährlichen Situationen. Der Zoo unterstütze regelmäßig Behörden und Einsatzkräfte mit seiner Expertise, wenn exotische Giftschlangen sichergestellt oder Vorfälle aufgearbeitet werden müssten.
Wie professionelles Risikomanagement in der Praxis funktioniert, schilderte Tierärztin Frauke Vißmann. Im Tierpark Berlin greifen bei Schlangenbissunfällen klare Sicherheits- und Notfallpläne. Dazu gehören das Vier-Augen-Prinzip bei der Arbeit mit Giftschlangen, die Vorhaltung von Antiseren und die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten medizinischen Einrichtungen.
Die globale Perspektive brachte Dr. Benno Kreuels vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein. Das Wissen zu Schlangenbissen sei selbst in den Ländern, wo sie beheimatet sind, oft sehr gering. In Afrika z.B. seien Schlangenbisse mit Mythen und Aberglauben verbunden, weshalb auch die traditionellen Heiler eine wichtige Rolle spielten. Aber auch beschwerliche Wege zu weit entfernt liegenden Krankenhäusern und Armut würden dazu führen, dass Menschen an Schlangenbissen sterben. Wenn Schlangenbissopfer in Krankenhäusern ankommen, fehlt auch beim medizinischen Personal oft das Wissen und die wichtigste Ressource: Antivenin Günstige Importpräparate aus Asien, dominierten, wobei die Qualität und Wirksamkeit vieler Präparate oft nicht nachgewiesen oder kontrolliert wird. Auch fänden sich Präparate auf dem Markt, die für indische Schlangenbisse entwickelt wurden, aber nicht gegen die Bisse, der in den afrikanischen Ländern beheimateten Schlangen wirken.
Und schließlich gab Benno Kreuels zu bedenken, sei die Forschungsfinanzierung, obwohl Schlangenbisse inzwischen in die WHO-Liste der NTDs aufgenommen wurden, weiterhin unzureichend. All diese Faktoren würde die Bekämpfung der Schlangenbisse in Afrika so schwierig machen, zum Unglück betroffener Menschen.
Die Veranstaltung moderierte Dr. Dr. Carsten Köhler, Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin Baden-Württemberg am Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie des Universitätsklinikums Tübingen. Er zeigte eindrucksvoll, wie eng globale Gesundheit, Tiergesundheit und Umwelt miteinander verknüpft sind. Neben Fachvorträgen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Haltung von Giftschlangen im Aquarium Berlin. Schlangenbissvergiftungen stehen beispielhaft für die Herausforderungen vernachlässigter Tropenkrankheiten – und für die Notwendigkeit, ihnen mit einem ganzheitlichen One-Health-Ansatz zu begegnen.
Offener Brief an den Bundeskanzler: G7 zu klarer und koordinierter Reaktion auf den Ebola Ausbruch aufgefordert
DNTDs unterstützt den Appell
Berlin, 8.6.2026 - Mehrere deutsche Organisationen aus den Bereichen globale Gesundheit, Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsgerechtigkeit – darunter auch das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) –haben einen gemeinsamen offenen Brief an den Bundeskanzler formuliert. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, den aktuellen Ebola-Ausbruch auf die Agenda des kommenden G7-Gipfels zu setzen und sich für eine koordinierte, international abgestimmte und ausreichend finanzierte Reaktion einzusetzen.
Für das Deutsche Netzwerk verdeutlicht der aktuelle Ausbruch zugleich die Notwendigkeit, stärker in Überwachung, Prävention, Vorsorge und Reaktionskapazitäten für künftige Gesundheitsnotlagen zu investieren. Anstatt neue Strukturen zu schaffen, sollten die bereits vorhandenen Netzwerke und Fachkräfte in den endemischen Ländern gezielt gestärkt werden. Mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung können bereits existierende nationale Programme zur Bekämpfung von HIV und/oder Armuts-assoziierten und vernachlässigten Tropenerkrankungen (poverty-related and neglected tropical diseases, PRNTD) ihre bewährte Arbeit wirksam auf die Prävention und Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen ausweiten.
Angesichts des in weniger als zwei Wochen (15.–17. Juni 2026) in Évian-les-Bains/Frankreich stattfindenden G7-Gipfels wurde zudem ein Schreiben an den französischen Präsidenten übermittelt. Darin wird eine koordinierte internationale Antwort gefordert, die dem Ausmaß des aktuellen Ebola-Ausbruchs angemessen ist. Die Organisationen warnen vor einer weiteren Ausbreitung der Epidemie und betonen die Notwendigkeit schneller internationaler Maßnahmen, um Leben zu schützen und Gesundheitssysteme in den betroffenen Regionen zu stärken. Neben der akuten Krisenreaktion fordern sie verstärkte Investitionen in Prävention, Forschung sowie den Ausbau widerstandsfähiger Gesundheitssysteme.
Ziel des Appells ist es, die G7-Staaten zu einer gemeinsamen und konsequenten Antwort auf die Krise zu bewegen und langfristig die globale Gesundheitssicherheit zu stärken.
Kaminabend des DNTDs 2026
Neue Herausforderungen für die globale Gesundheit
Berlin, 28.1.2026 - Wie positioniert sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Zeiten globaler Herausforderungen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Kaminabends des DNTDs, bei dem die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Dr. Bärbel Kofler, MdB, vor rund 60 Gästen sprach. Besonders angesichts der Reformagenda, die Bundesministerin Reem Alabali-Radovan vor etwa drei Wochen vorgestellt hatte, wurden Koflers Ausführungen mit großem Interesse verfolgt.
Auf die Frage des Moderators, Michael Herbst, Leiter der Politik bei der Christoffel Blindenmission (CBM) und Vorstandsmitglied von VENRO, worauf denn das BMZ in Zeiten der schrumpfenden Budgets den Fokus lege, wo die Prioritäten lägen, antwortete Bärbel Kofler klar und deutlich, auf der Bekämpfung von „Armut, Hunger und Ungleichheit“. Das Engagement des BMZ in der globalen Gesundheit sei wertegeleitet: Ziel sei es, Menschenleben zu retten, damit verbunden sei der Zugang zu medizinischer Versorgung, aber auch sauberem Wasser und Nahrungssicherheit zu fördern. Die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten (NTDs) sei dabei ein ganzheitlicher Ansatz zur Armutsbekämpfung. Mehrere Ressorts seien thematisch gefordert und damit ein gutes Beispiel für politische Kohärenz.
Kofler betonte zudem die Bedeutung Deutschlands für die multilateralen Gesundheitsfonds GAVI und GFATM. Auf die Frage, ob das multilaterale Engagement die Sichtbarkeit Deutschlands nicht einschränken würde, erwiderte sie, dass es um Effizienz gehe und darum, wie viele Menschen wir erreichen können und welche Strukturen sich bewährt haben? Allerdings machte sie deutlich, dass manche Programme nur bilateral umgesetzt werden und nannte dabei das Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit.
Wie bereits in der BMZ-Reformagenda diskutiert, spielte auch die Beteiligung der Privatwirtschaft eine wichtige Rolle. Harald Zimmer, Senior Referent Internationales, Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa), nannte das Beispiel, dass Merck 250 Míllionen Tabletten pro Jahr spenden könnte, es aber nur 180 Millionen seien, weil nicht alle Programme so gut funktionieren. Er schlug vor, sich an einen Tisch zu setzen, um Kooperationsmöglichkeiten und Verbesserungen auszuloten. Bärbel Kofler stimmte zu, dass ein Austausch zwischen Politik und Wirtschaft über die jetzigen Gespräche hinaus gut wäre. Sascha van Beek, MdB, Sprecher des neu konstituierten parlamentarischen Beirats des DNTDs, ergänzte und gab zu bedenken, dass freiwillige Spenden der Pharmaunternehmen zwar gut seien, aber es darüber hinaus darum gehe, auch Märkte zu schaffen, um die Programme nachhaltiger zu gestalten.
Neben der Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Organisationen war auch die Forschung Thema: Für die Forschung betonte Dr. Dr. Carsten Köhler (Kompetenzzentrum Tropenmedizin Baden-Württemberg, Institut für Tropenmedizin, Reisemedizin und Humanparasitologie, Universitätsklinikum, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, und Vorstandsmitglied des DNTDs), dass in Zeiten globaler Herausforderungen und finanzieller Knappheit die Kooperation zwischen den verschiedenen Förderorganisationen und Ministerien entscheidend sei. Nur so könne der kontinuierliche Erhalt der durch deutsche Steuergelder in der Vergangenheit aufgebauten Forschungsinfrastruktur im Globalen Süden gesichert werden – insbesondere für die Erforschung armutsassoziierter und vernachlässigter Tropenkrankheiten.
Auf das philanthropische Engagement von Stiftungen, wie z.B. der Gates Foundation angesprochen, meinte Bärbel Kofler, der Einsatz sei natürlich zu begrüßen. Aber Ziel müsste es sein, dass die Länder selbst für sich ein funktionierendes soziales Sicherungssystem schaffen, z.B. durch den Aufbau adäquater Steuer- und Sozialsysteme. Dies liege in der Verantwortung aller Staaten.
In der anschließenden Diskussion wurde auch die unzureichende intersektorale Zusammenarbeit bei Medikamentenengpässen auf Bundesebene thematisiert. Wichtige Antiparasitika (z. B. Praziquantel) und Antibiotika fehlten derzeit in Deutschland in der Pädiatrie. „Eine stärkere Kooperation mit dem Bereich der Veterinärpharmazeutik-könnte hier Lösungsansätze bieten – nach dem Vorbild internationalen NTD-Programme“, sagte Antonia Braus, Stellvertretende Sprecherin des DNTDs, Referentin One Health und wissenschaftliche Begleitung, Tierärzten ohne Grenzen (ToGeV).
Zukunft der NTD-Bekämpfung: Kooperation, Innovation und Verantwortung im Fokus
World Health Summit 2025
Berlin, 13.10.2025 – Beim World Health Summit veranstaltete das Deutsche Netzwerk gegen Vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) seinen diesjährigen Workshop zum Thema „The Future of Combatting Neglected Tropical Diseases, Innovative Financing and Shared Global Responsibility „. Sprecherinnen und Sprecher: Maria Rebollo, Lead Global Program for Elimination of Onchocerciasis, WHO HQ, Laurent Fraisse, Research & Development Director, DNDi, Carol Karutu, Vice President, Programs, End Fund, Johannes Waltz, Head of Merck Schistosomiasis Franchise, Germany - Chairs: Achim Hörauf, University Hospital Bonn, Institute of Medical Microbiology, Immunology and Parasitology, Director of the Institute, Germany, Carsten Köhler, University Hospital Tübingen | Center of Competence at Institute for Tropical Medicine, Travel Medicine and Human Parasitology | Director of Center of Competence, Germany.
Einblicke aus den Vorträgen
Maria Rebollo (WHO) präsentierte einen aktuellen Überblick über die Auswirkungen globaler Finanzierungsverschiebungen auf den Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten. Sie wies darauf hin, dass die WHO-Abteilung für vernachlässigte Tropenkrankheiten zwar kürzlich mit der Malaria-Abteilung fusioniert sei, aber weiterhin spezielle technische Einheiten für die einzelnen Krankheiten tätig seien. Das zentrale Thema ihres Vortrags war “Integration”. Rebollo betonte, dass Länder durch die Einbettung von NTD-Interventionen in bestehende Systeme, die Mobilisierung von Gemeinschaften und die Förderung multisektoraler Zusammenarbeit Nachhaltigkeit sichern und gleichzeitig Innovationen vorantreiben. Katalytische Partnerschaften bleiben wichtig. Sie ergänzen nationale Bemühungen durch Medikamentenspenden, technische Unterstützung, Diagnostik, Überwachung und Innovation und stärken so die Synergie zwischen nationaler Führung und globaler Solidarität. Im Hinblick auf die jüngsten Fortschritte bemerkte Rebollo: „Ich war sehr beeindruckt, wie schnell einige Länder Verantwortung übernahmen und die notwendige Integration von NTDs in andere Gesundheitsprogramme umsetzten.“
Laurent Fraisse (DNDi) unterstrich die Notwendigkeit von Innovationen, um sicherzustellen, dass betroffene Bevölkerungsgruppen eine gezielte Behandlung erhalten, damit im Rahmen einer umfassenderen Strategie die Eliminierung von NTD erreicht werden kann. Er betonte außerdem, dass eine Abstimmung der Finanzierung und koordinierte Ansätze für die Entwicklung von NTD-Medikamenten und den Zugang zu diesen den Bedürftigen schnell und effektiv Lösungen bringen werden. Er betonte: „Ein patientenorientiertes alternatives F&E-Modell kann durch öffentlich-private Partnerschaften zwischen Wissenschaftlern, Spendern und nationalen Regierungen medizinische Innovationen für gefährdete Patientengruppen hervorbringen.“
Johannes Waltz (Merck) bekräftigte das Kommittent von Merck, weiterhin Medikamente zu spenden, bis Schistosomiasis erfolgreich bekämpft ist. Gleichzeitig betonte er: „Angesichts der schrumpfenden Budgets ist es wichtig, über neue nachhaltige Finanzierungsmodelle nachzudenken.“
Carol Karutu (End Fund) rief zu gemeinsamen Handeln auf: „Jeder hat seine Rolle – everybody has a role.“ Sie unterstrich die Bedeutung sowohl nationaler als auch regionaler Regierungen und erklärte: „Unsere Erfahrung als Donor-Organisation zeigt, dass diese Institutionen oft einen holistischeren Blick auf Gesundheitsprogramme haben und damit versuchen effizienter bei der Bekämpfung von NTDs zu sein.“ Karutu betonte zudem die zentrale Rolle von Vertrauen und Partizipation beim Zusammenspiel aller Akteure: „Wichtige Voraussetzung ist gegenseitiges Vertrauen und vor allem die Einbindung der Patientinnen und Patienten.“
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