Presse

Mitglieder des Bundestages gründen Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

Berlin 14.6.2018 - Zehn Mitglieder des Deutschen Bundestages unterstützen das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs). Dazu haben sie sich in einem Parlamentarischen Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zur Stärkung der Gesundheitssysteme zusammengefunden. „Allen Parlamentarierinnen und Parlamentariern, die sich hier zusammengeschlossen haben, ist die Bedeutung des gemeinsamen Engagements gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten bewusst. 1,5 Milliarden Menschen sind weltweit davon betroffen. Das sind in der Regel die Ärmsten der Armen, die weder über ausreichenden Zugang zu Nahrung, Trinkwasser oder Gesundheitsleistungen verfügen. Wir wollen gemeinsam mit dem Deutschen Netzwerk, diesen Menschen hier in Deutschland eine Stimme geben“, sagt Dr. Georg Kippels, Vorsitzender des Parlamentarischen Beirats. „Will die Weltgemeinschaft die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 erreichen, müssen diese Menschen Zugang zu Medikamenten und Behandlung, aber auch zu präventiven Maßnahmen erhalten“, ergänzt Heike Baehrens, stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats. „Deshalb hat der Parlamentarische Beirat neben der Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten auch den Aspekt der Stärkung der Gesundheitssysteme in den Fokus genommen. Wenn viele Menschen an vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) leiden, ist das ein Indiz dafür, dass dort keine oder unzureichende Gesundheitssysteme vorhanden sind.“

Eine der ersten Aktivitäten des Parlamentarischen Beirats gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zur Stärkung der Gesundheitssysteme wird der persönliche Austausch mit Abgeordneten des Britischen Parlaments sein. Auch dort haben sich Parlamentarierinnen und Parlamentarier zu einer Gruppe formiert, um vernachlässigte Tropenkrankheiten zu bekämpfen.

Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit in Aussicht gestellt. Dies ist verbunden mit einem Maßnahmenpaket zur Schaffung von mehr Zukunftsperspektiven vor Ort, der Bekämpfung von Fluchtursachen, der Unterstützung eines fairen Handels und weiteren Maßnahmen. Der Gesundheitsstatus der Bevölkerung, gerade in marginalisierten Regionen im globalen Süden, sollte als wichtige Grundlage für den Erfolg darauf aufbauender Bildungs- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen erkannt und bei der Planung angemessen berücksichtigt werden.

Auch sollen laut Koalitionsvertrag mehr Investitionsmittel für die öffentliche Forschung bereitgestellt werden. Diese kommen insbesondere dem Kampf gegen vernachlässigte und armutsbedingte Krankheiten zugute. Es stellt sich aber die Frage, ob dies ausreicht, um neue Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika zu entwickeln oder ob es zusätzlich einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten in der Arzneimittel- und Impfstoffentwicklung bedarf. „Es wird eine gemeinsame Aufgabe des DNTDs und des Beirats sein, die Zusagen der Bundesregierung und deren Einhaltung kritisch zu begleiten“, sagt Prof. Dr. Achim Hörauf, Sprecher des DNTDs.

Mitglieder im Parlamentarischer Beirat gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zur Stärkung der Gesundheitssysteme sind derzeit:

Dr. Georg Kippels, (CDU/CSU), Vorsitzender
Heike Baehrens (SPD), stellvertretende Vorsitzende
 
Carl-Julius Cronenberg (FDP), Dr. Karamba Diaby,(SPD),     
Dr. Christoph Hoffmann (FDP), Volkmar Klein (CDU/CSU), René Roespel (SPD), Kordula Schulz-Asche (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Andrew Ullmann (FDP), Ottmar von Holtz (Bündnis 90/Die Grünen).

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Deutschland muss handeln

+++ Studie „Einschätzung der deutschen Forschungslandschaft zu vernachlässigten Tropenkrankheiten“ veröffentlicht

++ Umfassende Analyse offenbart Lücken in deutschen Forschungsaktivitäten zu NTDs und zeigt politischen Handlungsbedarf auf

Berlin, 10.4.2018 Im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird eine Studie vorgestellt, die den Beitrag deutscher Wissenschaftsinstitutionen bei der Forschung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) einschätzt. Unter der Federführung des Bernhard-Nocht-Instituts (BNITM) wurden 35 Wissenschaftler befragt, die in Deutschland führend in der NTD-Forschung sind. Ziel war es in komprimierter Form zu zeigen, wo Forschungslücken bestehen und welche Ansätze nötig sind, um die von der WHO gesetzten Ziele zur erreichen, 10 der insgesamt 20 NTDs bis zum Jahr 2020 zu eliminieren bzw. zu eradizieren.

„Die Studie gibt einen wichtigen und notwendigen Impuls für eine bessere Verzahnung der Forschungstätigkeiten“, sagt Studienleiter Jürgen May, Leiter der Sektion Epidemiologie am BNITM und ehemaliger Vorstandssprecher des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs). „Bislang war das Potential Deutschlands im Bereich der Forschung unzureichend dokumentiert und es gab bisher keine systematische Übersicht. Dabei wird die Rolle der NTDs im Kontext der globalen Gesundheit, international, aber auch national zunehmend erkannt,“ führt Jürgen May weiter aus.

Ergebnisse der Studie sind:
- Die deutschen Forschungsaktivitäten sind sehr heterogen;
- sie sind von biomedizinischer Grundlagenforschung bestimmt;
- translationale Forschung und Entwicklung zur Kontrolle und Behandlung von NTDs sind unterrepräsentiert;
- Deutschland liegt in der NTD Forschung im internationalen Vergleich zurück, nicht zuletzt wegen fehlender politischer Unterstützung.

 

„Die Studie weist daraufhin, dass Forschung und Entwicklung zu NTDs durch strukturelle Defizite gekennzeichnet sind. Es bedarf einer politischen Führungsrolle in Hinblick auf die NTD-Bekämpfung und einer umfassenden nationalen Strategie zur Förderung von NTD-Forschung“, sagte Prof Dr. Achim Hörauf, Sprecher des DNTDs und Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie, Universitätsklinikum Bonn.

Zahlreiche Mitglieder des Deutschen Netzwerks haben an der Studie mitgewirkt wie

Prof. Dr. Christian Bogdan (Institut Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, Universitätsklinikum Erlangen), Prof. Dr. Markus Engstler (Lehrstuhl für Zell- und Entwicklungsbiologie, Biozentrum der Universität Würzburg), Prof. Dr. Achim Hörauf (Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie, Universitätsklinikum Bonn und Sprecher des DNTDs), Prof. Dr. Michael Hölscher (Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Klinikum der Universität München), Dr. Christa Kasang (Missionsärztliches Institut Würzburg, Katholische Fachstelle für Internationale Gesundheit), Dr. Dr. Carsten Köhler (Kompetenzzentrum Tropenmedizin Baden-Württemberg der Eberhard Karls Universität und des Universitätsklinikums Tübingen), Prof. Dr. KH Martin Kollmann (Christoffel Blindenmission (CBM), Universität Nairobi), Prof. Dr. Jürgen May (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin), Timm Schneider (Samhathi Deutschland – Hilfe für Indien e.V.), PD Dr. Norbert Schwarz (BNITM), Prof. Dr. August Stich (Tropenmedizinische Abteilung, Klinikum Würzburg Mitte gGmbH), Dr. Eva-Maria Schwienhorst-Stich (Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe - DAHW).

Die Bedeutung der vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) für die globale Krankheitslast ist besonders groß, da 1,5 Mrd. Menschen an einer oder mehreren NTDs leiden, etwa zwei Milliarden Menschen bedroht sind. Die Folgen für die betroffenen Menschen und ihr Umfeld sind tiefgreifend. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung werden die NTDs in den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) explizit erwähnt. Bis 2030 soll die Zahl derjenigen Betroffenen, die dafür Medikamente benötigen, um 90 Prozent reduziert werden. Das von Deutschland verfolgte Ziel der Gesundheitssystemstärkung ist eine wesentliche Bedingung für die Erreichung der Gesundheitsziele in den SDGs. Das DNTDs tritt dafür ein, dass der Bekämpfung der NTDs in der Umsetzung der Gesundheitssystemstärkung eine zentrale Rolle zukommt.

Link zur Studie: Die im Auftrag des BMBF vom BNITM durchgeführte Studie „Einschätzung des Beitrags deutscher Institutionen bei der Forschung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten“ wird kommende Woche online frei zugänglich gemacht unter: www.bnitm.de/ntd-expertise

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Veröffentlichung des 5. Fortschrittberichts zur London Declaration gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

++ Mehr als eine Milliarde Menschen wurden 2016 mit Medikamenten gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten versorgt

+++ Deutsches Netzwerk unterstützt die Forderung nach verstärkter Integration der vernachlässigten Tropenkrankheiten in die globale Gesundheitspolitik

Berlin/Tokio. 14.12.2017 – Weltweit leiden mehr als 1,5 Milliarden Menschen an vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs), manchmal an mehreren zugleich. Doch 1 Milliarde von ihnen wurden im Jahr 2016 gegen mindestens eine dieser Krankheiten behandelt. So sind die Bekämpfungsprogramme ihrem Ziel, diese Krankheiten einzudämmen, wieder ein Stück näher gekommen.  Das berichtet der fünfte Fortschrittsbericht „Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten, die Schnittstelle zu einer universellen Gesundheitsversorgung (UHC)“ des globalen Bündnisses „Uniting to Combat NTDs“, der heute in Tokio anlässlich einer internationalen Gesundheitskonferenz der japanischen Regierung zu universeller Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage) vorgestellt wird. Der neue Bericht stellt die Bekämpfungsprogramme gegen NTD als Schnittstelle zu einer universellen Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt.

Der Bericht beschreibt Fortschritte seit der 2012 verabschiedeten „London Declaration“. In dieser Deklaration haben Vertreter der Regierungen der USA und Großbritanniens, der WHO, der Weltbank, der Bill & Melinda Gates-Stiftung, der Zivilgesellschaft, Forschungs- und akademischen Einrichtungen und 13 Pharmaunternehmen 2012 vereinbart, bis Ende des Jahrzehnts zehn der vernachlässigten Tropenkrankheiten einzudämmen, zu eliminieren oder auszurotten. Zu diesen zählen beispielsweise die Wurmkrankheiten, Bilharziose (Schistosomiasis), Flussblindheit und Elefantiasis und die afrikanische Schlafkrankheit. An NTD leiden insbesondere die ärmsten Menschen in den oft entlegenen Regionen der Welt.

Im Mittelpunkt des Berichts steht der Nutzen der integrierten Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten für die Gesundheitssysteme von Schwellen- und Entwicklungsländern. „Bei der Ausweitung der Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere im Bereich der Primärgesundheit, leisten die Bekämpfungsprogramme gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten einen wesentlichen Beitrag, da sie Medikamente und Gesundheitsdienstleistungen selbst in schwer erreichbare Regionen der Zielländer bringen“, sagt Burkard Kömm, Mitglied des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten und Geschäftsführer der DAHW, Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.. „Damit kann die NTD-Bekämpfung im Sinne der deutschen globalen Gesundheitsstrategie für den Aufbau von Gesundheitssystemen genutzt werden. Sie ist ein Treiber für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in der Entwicklungspolitik.“

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Koordinationsbüro, Telefon: 030 236246 03
Wir helfen Ihnen auch gern bei Interviewwünschen.
 
Den Executive Summary des Berichtes finden Sie in deutscher Übersetzung sowie das Kapitel zur Universellen Gesundheitsversorgung

Mehr zur Verknüpfung von universeller Gesundheitsversorgung finden Sie auch in der Studie zum Potential Deutschlands bei der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten, Nov 2017

 

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Neuer Vorstand beim Deutschen Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

Berlin - 18.5.2017. Das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten hat bei seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Im Deutschen Netzwerk engagieren sich Akteure der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Privatwirtschaft:

Als Vertreter der Nichtregierungsorganisationen:

Johan Willems, NTD-Programmkoordinator Afrika, Christoffel-Blindenmission(CBM);

Timm Schneider, Samhathi Deutschland - Hilfe für Indien e.V.

Als Vertreter der Wirtschaft:

Harald Zimmer, Senior Referent Internationales, Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa).

Als Vertreter der Wissenschaft:

Prof. Dr. Achim Hörauf, Direktor des Instituts für Med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn;

Dr. Dr. Carsten Köhler, Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin Baden-Württemberg, Instituts für Tropenmedizin (ITM) der Eberhard Karls Universität Tübingen. .

Der Sprecher des deutschen Netzwerks ist Prof. Dr. Achim Hörauf und stellvertretender Sprecher ist Timm Schneider von Samhathi Deutschland - Hilfe für Indien e.V.

Als Ehrenmitglieder sind Prof. Dr. Martin Kollmann, Christoffel Blindenmission (CBM) und Prof. Dr. Jürgen May, Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin Hamburg benannt worden. Sie zählen beide zu den Gründungsmitgliedern des DNTDs, sind frühere Sprecher und Mitglieder im Vorstand.

Prof. Dr. Achim Hörauf ist seit 2003 Direktor des Instituts für med. Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie an der Uniklinik Bonn. Seit mehr als 20 Jahren ist er in der Forschung zu vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) aktiv, vor allem zu neuen Medikamenten für Lymphatische Filariose und Onchozerkose (Flussblindheit) in internationalen Konsortien, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), aber auch von der Bill und Melinda Gates Foundation (BMGF) und der Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi) unterstützt werden. Er ist Sprecher des Standortes Bonn-Köln des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF). Seine Studien führten ihn in viele Länder Afrikas und Asiens.

Timm Schneider ist Facharzt für Innere Medizin und hat einen Abschluss in Public Health (M.Sc.) von der Universität Düsseldorf. Seit 2010 setzt er sich für eine Reduktion der durch die vernachlässigten Tropenkrankheiten bedingtenKrankheitslast ein. Im Rahmen diverser Projekte spezialisierte er sich auf Strategien hinsichtlich eines verbesserten Zuganges zu Gesundheitsleistungen. Als Gründungsmitglied des Deutschen Netzwerkes gegen NTDs und Berater des Indischen Netzwerkes, vertritt Timm Schneider die vernachlässigten Tropenkrankheiten innerhalb der Deutschen Zivilgesellschaft sowie der „Global Health Community”. Als stellvertretender Vorsitzender der Indisch-Deutschen Entwicklungsorganisation „Samhathi” setzt er sich vor allem für die Bekämpfung der Lymphatischen Filariose ein.

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Deutsches Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten beim Weltgesundheitsgipfel in Genf

Berlin/Genf. 19.4.2017 - Beim Weltgesundheitsgipfel gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten bekräftigten Margret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan und Bill Gates die Umsetzung der in der so genannten Agenda 2030 vereinbarten UN-Nachhaltigkeitsziele zu vernachlässigten Tropenkrankheiten.

„Die Vorgaben der Agenda 2030, vernachlässigte Tropenkrankheiten zu bekämpfen, ist eine gewaltige Herausforderung und verlangt einen Paradigmenwechsel hin zu umfassenden und inklusiven NTD-Programmen“, sagte Prof. Dr. KH Martin Kollmann, Mitglied im Vorstand des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) und NTD-Fachberater der Christoffel-Blindenmission (CBM) mit Dienstsitz in Nairobi (Kenia).

Harald Zimmer, stellvertretender Sprecher des DNTDs betonte bei seinem Statement vor den Experten des Gesundheitsgipfels, dass Deutschland die Gesundheitssystemstärkung in den Mittelpunkt seiner gesundheitsbezogenen‎ Entwicklungszusammenarbeit stelle. Es liege aber auf der Hand, dass nicht alle Gesundheitsleistungen sofort gleichzeitig überall zur Verfügung gestellt werden können. „Eine Prioritätensetzung ist notwendig. Die Kosteneffizienz und die Armenorientierung der Bekämpfung der vernachlässigten Tropenkrankheiten sind die Gründe dafür, dass deren Unterstützung im Rahmen der Gesundheitssystemstärkung eine hohe Priorität gegeben werden sollte. Die Ausbildung von Gesundheitshelfern im Rahmen von NTD-Programmen hat außerdem selber einen systemstärkenden Effekt."

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Weltgesundheitsgipfel gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten 18.-22. April 2017

13.4.2017 Berlin/Genf. Experten von Hilfsorganisationen, Hochschulen und Industrie auf dem Gebiet der vernachlässigten Tropenkrankheiten treffen sich in Genf, um 5 Jahre nach der London Deklaration gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten eine Bestandsaufnahme vorzunehmen. Die Vertreter der Weltgesundheitsorganisation und das Bündnis Uniting to Combat NTDs mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie Vertretern aus Ländern, in denen vernachlässigte Tropenkrankheiten große Bevölkerungsgruppen betreffen, sind zuversichtlich, die ambitionierten Ziele der WHO-Roadmap zur Bekämpfung  der NTDs zu erreichen.

Vor fünf Jahren hatten sich Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Regierungen, Wissenschaft, Industrie und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der so genannten London Declaration zur Bekämpfung und Ausrottung der zehn häufigsten vernachlässigten und armutsassoziierten Tropenkrankheiten verpflichtet. Damit legten die Akteure das Fundament für das größte Gesundheitsprogramm der Welt. Dadurch konnten große Fortschritte bei der Bekämpfung von NTDs erzielt werden.

  • Im Jahr 2016 konnten eine Milliarde Menschen behandelt werden.
  • Die Zahl der NTD-gefährdeten Menschen wurde um eine halbe Milliarde reduziert.
  • In einigen Ländern konnten einzelne Krankheiten eliminiert werden, wie etwa die Flussblindheit (Onchozerkose), die unbehandelt zur Erblindung führt. In Kolumbien, Ecuador, Mexiko und Guatemala konnte die Elminierung der Krankheit verifiziert werden.

Dennoch sind weitere vereinte Anstrengungen notwendig, weshalb das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) an die deutsche Bundesregierung appelliert, bereits existierende Programme zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Gesundheitsgipfel

 

 

 

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DNTDs gratuliert dem diesjährigen Memento-Preisträger Team: Carsten Köhler und Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin (ITM) in Tübingen

++ DNTDs unterstreicht Stärkung und Sicherung von deutsch-afrikanischen Forschungsstrukturen

08.03.2017. Berlin. Schon zum zweiten Mal erhält ein Mitglied des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) den Memento-Preis gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten. Dieses Jahr geht er an das Mitglied im Vorstand Dr. Dr. Carsten Köhler, Direktor des Kompetenzzentrums Tropenmedizin der Universität Tübingen.

Gemeinsam mit dem Initiator und wissenschaftlichen Leiter der Studie, Professor Dr. Peter Kremsner, erhält er den Memento Preis 2017 für den Nachweis der Wirksamkeit einer vereinfachten Artemisinin-Therapie bei an schwerer Malaria erkrankten Kindern. In einer groß angelegten Studie wurden 1074 Kinder therapiert mit dem Ziel, das Behandlungsschema zu vereinfachen, um so mehr Kinder mit lebensbedrohlichen Komplikationen zu behandeln.

Üblicherweise wird erkrankten Kindern bei der aufwendigeren Standardbehandlung innerhalb von 72 Stunden fünf Mal Artesunat intravenös oder intramuskulär verabreicht, da diese Patienten nicht mit Tabletten behandelt werden können. Die Studie konnte zeigen, dass dieses von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Therapieschema vereinfacht werden kann: dieselbe Effektivität wird mit einer lediglich dreimaligen Gabe als Injektion in einen Muskel innerhalb von nur 48 Stunden erreicht.

„Eine vereinfachte Therapie ist gerade in den Regionen von großer Relevanz, wo vernachlässigte Tropenkrankheiten auftreten, in denen also in der Regel kein gut funktionierendes Gesundheitssystem existiert und die Menschen arm sind. Gerade in fragilen Ländern sind Therapien, wenn sie sich über Tage oder gar Wochen und Monate hinziehen, kaum durchzuführen. Es gibt kaum Krankenhäuser, die Wege dorthin sind meist weit und oft gefährlich“, sagt Prof. Dr. Jürgen May, Sprecher des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) und Leiter der Arbeitsgruppe Infektionsepidemiologie beim Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). „Außerdem zeigt gerade dieses Projekt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit Partnern in den endemischen Ländern ist, denn ohne das Netzwerk für klinische Studien zur schweren Malaria bei Kindern in Afrika (Severe Malaria in African Children Network / SMAC), zu dem auch die Tübinger Partnerinstitution CERMEL in Lambaréné, Gabun gehört, wäre die Studie nicht möglich gewesen“, sagt Köhler.

Das DNTDs fordert deshalb schon seit langem als wichtige Maßnahmen zur Stärkung der Forschung vernachlässigter Tropenkrankheiten eine entsprechende Ausweitung des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) um ein Sonder-Budget von 5 Mio. EUR für verbesserte nicht-invasive Diagnostik und Kontrolle von Morbidität („morbidity control“). Außerdem sollten bereits vorhandene nachhaltige und partnerschaftlich deutsch-afrikanische Forschungsstrukturen als Keimzelle für die gezielte Bildung von lokalen Forschungskapazitäten zur Bekämpfung von NTDs gestärkt und langfristig gesichert werden. Innerhalb des DZIF arbeitet die deutsche Spitzenforschung bereits mit African Partner Institutions in Burkina Faso, Gabun, Ghana und Tansania zusammen. Eine gemeinsame Förderung dieser exzellenten Forschungs- und Ausbildungszentren im Bereich der vernachlässigten Tropenkrankheiten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wäre hierfür sinnvoll.

Gerade im Vorfeld des NTD-Gipfels der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im April in Genf und des G20-Gipfels in Hamburg mahnt das DNTDs verstärktes deutsches Engagement gegen NTDs an. Mehr Forschung und Entwicklung sowie gezielt auf NTDs ausgerichtete Gesundheitssystemstärkung sind dafür erforderlich.

Weiter Informationen bei Interviewwünschen über das DNTDs-Koordinationsbüro:
Telefon  030 236 246 03
www.dntds.de

Zum Mementopreis:

2015 hatte die Forschergruppe um Prof. Achim Hörauf vom Universitätsklinikum Bonn den Memento- Forscherpreis 2015 erhalten. Die Arbeitsgruppe des Bonner Klinikums erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung einer Therapie gegen parasitische Fadenwürmer (lymphatische Filariose). Parasitäre Fadenwürmer verursachen in tropischen Ländern viele Krankheiten wie zum Beispiel die Elephantiasis. Sie ist eine Spätfolge von Infektionen, bei der Hände und Füße abnorm anschwellen. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Hörauf haben einen Wirkstoff gefunden, der die Würmer abtötet und auch die Schwellungen bei der Elefantiasis rückbildet. Das Universitätsklinikum Bonn gehört zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs). 

In der Kategorie Forschung und Entwicklung des Memento Preises werden Forschungsaktivitäten ausgezeichnet, die mit öffentlichen deutschen Geldern finanziert und in den letzten 24 Monaten veröffentlicht wurden. Die Forschungen stellen außerdem einen wichtigen Beitrag zu Forschung und Entwicklung im Bereich vernachlässigter Krankheiten dar. Die Preisträger wurden von einer Jury aus renommierten internationalen Wissenschaftlern ausgewählt. Der Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird von der durch die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. gegründeten Hermann-Kober-Stiftung bereitgestellt. Der Memento Preis wird alljährlich von der BUKO Pharma-Kampagne, die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V., Brot für die Welt und Ärzte ohne Grenzen e.V. ausgelobt.

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3. Internationales Deutschlandforum im Bundeskanzleramt: Fokus auf vernachlässigte Tropenkrankheiten

Die Bekämpfung von armutsassoziierten und vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs – neglected tropical diseases) steht im Fokus des diesjährigen 3. Internationalen Deutschlandforums, das vom 21.-22.2.2017 im Bundeskanzleramt stattfindet.

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Fortschritte bei der Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten – aber mehr Engagement seitens der Bundesregierung erforderlich

29.1.2017 Berlin/Würzburg – Vor fünf Jahren verpflichteten sich Vertreter von zivilgesellschaftlichen Nichtregierungsorganisationen, Regierungen, Wissenschaft, Industrie und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der so genannten London Declaration zur   Bekämpfung und Ausrottung der zehn häufigsten vernachlässigten und armutsassoziierten Tropenkrankheiten, darunter auch Lepra. Fünf Jahre nach Unterzeichnung der London Declaration sind wichtige Fortschritte im Kampf gegen...

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Deutsches Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten und die Vorbereitungen zum G20-Gipfel am 7./8. Juli 2017 in Hamburg

Berlin 01.12.2016 – Deutschland hat heute für ein Jahr den Vorsitz der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) übernommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vergangene Woche in ihrem Podcast zum G20-Gipfel unter deutscher Präsidentschaft angekündigt, einige der Themen fortzusetzen, die schon beim G7-Gipfel - zwar unter anderen Bedingungen - bereits gemacht worden waren. Das Thema „Bekämpfung von Pandemien, Lehren aus Ebola“ steht auf der Agenda.

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