Berlin, 8.6.2026 - Mehrere deutsche Organisationen aus den Bereichen globale Gesundheit, Entwicklungszusammenarbeit und Gesundheitsgerechtigkeit – darunter auch das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) –haben einen gemeinsamen offenen Brief an den Bundeskanzler formuliert. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, den aktuellen Ebola-Ausbruch auf die Agenda des kommenden G7-Gipfels zu setzen und sich für eine koordinierte, international abgestimmte und ausreichend finanzierte Reaktion einzusetzen.
Für das Deutsche Netzwerk verdeutlicht der aktuelle Ausbruch zugleich die Notwendigkeit, stärker in Überwachung, Prävention, Vorsorge und Reaktionskapazitäten für künftige Gesundheitsnotlagen zu investieren. Anstatt neue Strukturen zu schaffen, sollten die bereits vorhandenen Netzwerke und Fachkräfte in den endemischen Ländern gezielt gestärkt werden. Mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung können bereits existierende nationale Programme zur Bekämpfung von HIV und/oder Armuts-assoziierten und vernachlässigten Tropenerkrankungen (poverty-related and neglected tropical diseases, PRNTD) ihre bewährte Arbeit wirksam auf die Prävention und Bekämpfung von Krankheitsausbrüchen ausweiten.
Angesichts des in weniger als zwei Wochen (15.–17. Juni 2026) in Évian-les-Bains/Frankreich stattfindenden G7-Gipfels wurde zudem ein Schreiben an den französischen Präsidenten übermittelt. Darin wird eine koordinierte internationale Antwort gefordert, die dem Ausmaß des aktuellen Ebola-Ausbruchs angemessen ist. Die Organisationen warnen vor einer weiteren Ausbreitung der Epidemie und betonen die Notwendigkeit schneller internationaler Maßnahmen, um Leben zu schützen und Gesundheitssysteme in den betroffenen Regionen zu stärken. Neben der akuten Krisenreaktion fordern sie verstärkte Investitionen in Prävention, Forschung sowie den Ausbau widerstandsfähiger Gesundheitssysteme.
Ziel des Appells ist es, die G7-Staaten zu einer gemeinsamen und konsequenten Antwort auf die Krise zu bewegen und langfristig die globale Gesundheitssicherheit zu stärken.