Kanada: Vernachlässigte Tropenkrankheiten im Fokus des Internationalen Kongresses für Parasitologie ICOPA 2026

Montreal, 17. August 2026 – Beim XVI. Internationalen Kongress für Parasitologie (ICOPA XVI 2026) widmete sich eine Session dem Thema Vernachlässigte Tropenkrankheiten in einer sich verändernden Welt“. Sie brachte internationale Netzwerke zusammen, die sich für die Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten engagieren.

Im Mittelpunkt standen wissenschaftliche Fortschritte sowie die Frage, wie internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Strategien zu mehr gesundheitlicher Gerechtigkeit beitragen können. Prof. Dr. Achim Hoerauf, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie am Universitätsklinikum Bonn und Sprecher des Deutschen Netzwerks, sprach über neue Medikamente und innovative Ansätze zur Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten. Die Entwicklung neuer Therapien ist ein wichtiger Baustein, um die Behandlungsmöglichkeiten für betroffene Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Adriano Casulli, Forschungsdirektor am italienischen Nationalen Gesundheitsinstitut, zeigte am Beispiel Italiens, dass vernachlässigte Tropenkrankheiten zunehmend auch außerhalb der klassischen Tropenregionen auftreten. Er plädierte dafür, den Begriff NTDs durch Neglected Infectious Diseases (NIDs) zu ergänzen. Damit wurde eine direkte Verbindung zum Kongressmotto „Parasites in a Changing World“ hergestellt. Insbesondere der Klimawandel kann die Verbreitung von Überträgern wie Mücken beeinflussen und damit das Auftreten bestimmter parasitärer Erkrankungen in neuen Regionen begünstigen. Anschließend stellte Jadel Kratz von DNDi die Bedeutung internationaler Netzwerke und Partnerschaften für die Entwicklung neuer Ansätze heraus.

Den Abschluss bildete eine von Alison Krentel, Vertreterin des Canadian Network for Neglected Tropical Diseases, Senior Investigator with the Bruyère Health Research Institute, moderierte Podiumsdiskussion. Vertreterinnen und Vertreter der Netzwerke aus Kanada, Deutschland, Italien, Großbritannien und Japan stellten ihre jeweiligen Schwerpunkte vor und diskutierten gemeinsame Strategien für die zukünftige Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten.

Das Symposium im Rahmen des Parasitologen Kongress machte deutlich, dass Erkrankungen wie Leishmaniose, Schistosomiasis und Trypanosomiasis eng mit globalen Veränderungen und gesundheitspolitischen Herausforderungen verbunden sind. Klimawandel, der One-Health-Ansatz und internationale Zusammenarbeit gewinnen für die Bekämpfung dieser Krankheiten zunehmend an Bedeutung.

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