+++ Parlamentarischer Beirat des DNTDs informiert sich vom 10. bis 14. August bei Hilfsorganisationen, Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen über Innovationen und Herausforderungen der globalen Gesundheit
Berlin, 27. Juli 2026 – Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) betreffen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen – und doch stehen sie selten im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Um die Bedeutung ihres Kampfes stärker ins Bewusstsein zu rücken, besucht Sascha van Beek MdB, Sprecher des Parlamentarischen Beirats des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs), vom 10. bis 14. August 2026 Hilfsorganisationen, forschende Pharmaunternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen und Bonn.
Im Mittelpunkt der Sommertour stehen der Austausch mit Expertinnen und Experten sowie die Frage, wie Deutschland durch Forschung, internationale Zusammenarbeit, Medikamentenspenden und politische Unterstützung zur Bekämpfung von NTDs beitragen kann.
„Vernachlässigte Tropenkrankheiten sind ein Ausdruck globaler Ungleichheit. Gleichzeitig verfügen wir über exzellente Forschung, wirksame Programme und engagierte Unternehmen, die einen entscheidenden Beitrag leisten. Umso wichtiger ist es, diese Kräfte politisch zu stärken und besser zu vernetzen“, sagt Sascha van Beek MdB. „Für meine parlamentarische Arbeit ist es wichtig, die Herausforderungen nicht nur aus Berichten zu kennen, sondern mir vor Ort ein eigenes Bild zu machen und unmittelbar mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Mit der Sommertour möchte ich die engagierten Akteure kennenlernen und dazu beitragen, NTDs stärker in den politischen und öffentlichen Fokus zu rücken.“
Mit der Reise macht der Parlamentarische Beirat die vielfältigen deutschen Beiträge zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten sichtbar. Das DNTDs begleitet die Tour, um den Austausch zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft weiter zu stärken.
Stationen der Sommertour
Montag, 10. August – Tönisvorst und Köln
Action medeor – Europas größtes Medikamentenhilfswerk; Malteser International – humanitäres Hilfswerk mit Schwerpunkten Gesundheitssysteme, Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH) sowie Impfprogramme;
Dienstag, 11. August – Leverkusen und Ingelheim
Bayer AG – Initiative „Health for All, Hunger for None“ sowie Medikamente gegen unter anderem Afrikanische Schlafkrankheit, Chagas-Krankheit und Taeniasis; Boehringer Ingelheim – Programme zur Bekämpfung von Zoonosen nach dem One-Health-Ansatz;
Mittwoch, 12. August – Marburg
Philipps-Universität Marburg – Forschung zu Dengue sowie weiteren armutsassoziierten Infektionskrankheiten wie Malaria und Ebola; GSK Vaccines GmbH – Entwicklung von Impfstoffen gegen NTDs sowie gegen Malaria, HIV und Tuberkulose;
Donnerstag, 13. August – Jena
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) – Entwicklung neuer Wirkstoffe und Therapien gegen Infektionskrankheiten
Freitag, 14. August – Bonn
Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie (IMMIP), Universitätsklinikum Bonn – Forschung zu Filariosen wie der lymphatischen Filariose (Elefantiasis) und der Onchozerkose (Flussblindheit) unter Leitung von Prof. Dr. Achim Hoerauf, Sprecher des DNTDs-Vorstands. Begleitet wird der Termin von Prof. Hendrik Streeck MdB.
Warum vernachlässigte Tropenkrankheiten auch Deutschland betreffen
NTDs umfassen 21 Infektionskrankheiten, die vor allem Menschen in Armut betreffen. Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen in 149 Ländern betroffen. Die Krankheiten verursachen häufig chronische Behinderungen, Blindheit, Entstellungen und soziale Ausgrenzung.
Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung durch Mücken und andere Insekten übertragene Krankheiten wie Dengue oder Leishmaniose auch in Europa. Die Bekämpfung von NTDs ist daher nicht nur eine Frage globaler Solidarität, sondern zunehmend auch der Gesundheitsvorsorge.
Der WHO-Fahrplan gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten 2021–2030 sieht vor, dass bis 2030 mindestens 100 Länder mindestens eine NTD eliminiert haben. Anfang 2026 hatten bereits 58 Staaten dieses Ziel erreicht. Seit 2010 ist die Zahl der Menschen, die NTD-Maßnahmen benötigen, um mehr als ein Drittel zurückgegangen. „Die Fortschritte der vergangenen Jahre zeigen, dass Investitionen in Forschung, Prävention und Behandlung wirken. Dennoch leiden weiterhin viel zu viele Menschen an Krankheiten, die vermeidbar und behandelbar wären. Angesichts sinkender Entwicklungs- und Gesundheitsbudgets drohen bereits erzielte Erfolge wieder verloren zu gehen“, sagt Prof. Dr. Achim Hoerauf, Sprecher des Vorstands des DNTDs. „Wir freuen uns über die politische Unterstützung durch Sascha van Beek MdB und den Parlamentarischen Beirat. Sie trägt dazu bei, das Thema stärker auf die gesundheitspolitische Agenda zu setzen und das Engagement Deutschlands weiter auszubauen.“
Über das DNTDs
Das Deutsche Netzwerk gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (DNTDs) ist eine 2014 gegründete gemeinnützige Plattform, die Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammenbringt. Zu den 43 Mitgliedsorganisationen gehören unter anderem führende Forschungseinrichtungen, Universitätskliniken, forschende Pharmaunternehmen sowie Nichtregierungsorganisationen. Begleitet wird das Netzwerk von einem fraktionsübergreifenden Parlamentarischen Beirat des Deutschen Bundestages, dessen Sprecher in dieser Legislaturperiode Sascha van Beek MdB ist. Mehr Infos: https://dntds.de/das-netzwerk.html
Bei Fragen oder auf der Suche nach Interviewpartnern wenden Sie sich bitte an:
Annette Hornung-Pickert oder Rhan Gunderlach
E-Mail: ntd-net@gundh.com, Tel: 030/ 23624602
oder
Jan Phillip Koch
E-Mail: Sascha.vanBeek@bundestag.de, Tel: 0281/47579570